Ja zum größeren Wirtschaftskreis

Ja zum größeren Wirtschaftskreis

40 Vertreter von Unternehmen haben eine Info-Veranstaltung des Wirtschaftskreises Bernkastel-Wittlich genutzt, um Kontakte zu knüpfen und auszubauen. Für die Vorteile des Netzwerks sprechen acht neue Mitglieder und andere, die noch beitreten wollen.

Bernkastel-Kues/Wittlich. Die Entscheidung des Wirtschaftskreises Bernkastel-Wittlich (WBW), seine Kontakte auszuweiten, kommt an. Die Zahl der Mitglieder steigt von 142 auf mindestens 150 an. Weitere Firmen wollen sich anschließen, wie sie bei einem ersten Treffen in Bernkastel-Kues signalisierten. Ihre Beweggründe sind ähnlich. "Man kann Kontakte knüpfen und sich austauschen", sagt Hieronimi-Prokurist Eduard Kochan, der es zu schätzen weiß, früh von Ausschreibungen zu erfahren. Tina Wilhelmus (ComCept Werbeagentur, Bernkastel-Kues) freut sich, weitere Leistungsträger kennenzulernen und mit diesen "kreative Ideen für die Region zu entwickeln". Für Karin Oster (Zimmerei und Bedachungen, Bernkastel-Kues), ist der Wirtschaftskreis "eine gute Sache". Die Kontakte ins nahe Wittlich seien spärlich. Daher brauche es ein Netzwerk, um sich kennenzulernen, zu kommunizieren und voneinander zu lernen.
Hermann Becker (Der Hausmeister, Mülheim) ist bereits seit fünf Jahren dabei. Auch wegen der Besichtigungen interessanter Betriebe und Fach-Vorträge. In Bernkastel-Kues referierte Jan Glockauer, IHK-Hauptgeschäftsführer. Zusammenschlüsse wie der WBW bündelten Interessen, die sich, vorgetragen aus verschiedenen Richtungen, besser Gehör verschafften: "Je wahrnehmbarer sich Wirtschaft äußert, umso besser." Während Gästebegleiter Hans-Peter Kuhn die Erweiterung des Kreises zur Mosel hin begrüßt, schätzen langjährige Mitglieder andere Vorteile. Für Robert Haase (JVA, Wittlich) vereinfacht das Netzwerk die Vermarktung der im Gefängnis hergestellten Produkte ebenso wie die Stellensuche für ehemalige Gefangene. Hans-Günther Wickel (Glasbau, Osann-Monzel) vermittelte schon mehrmals Material, das er nicht verwenden konnte, weiter. Von Vorteil sei, dass Branchen "quer Beet" vertreten seien. In Bernkastel-Kues bewiesen das Silvia Gessinger und Kathrin Heil, zwei selbstständige Mode-Designerinnen.
WBW-Vorsitzender Walter Kunsmann ist zufrieden. Der stetige Zuwachs sei "wie Applaus für unsere Arbeit". Allerdings nicht im Raum Thalfang. Von Wittlich aus sei das zu weit. Der Kreis solle überschaubar bleiben. urs
Extra

Dem bisherigen Wirtschaftskreis Wittlicher Tal gehörten vorwiegend Unternehmen aus dem Raum Wittlich an: Firmen mit Sitz in der Stadt und aus den Verbandsgemeinden Wittlich-Land, Kröv-Bausendorf und Manderscheid. Die Umbenennung in Wirtschaftskreis Bernkastel-Wittlich (der TV berichtete) zielt auf neue Kontakte in angrenzenden Kommunen ab. Das bestehende Netzwerk soll ausgeweitet werden auf die VGs Bernkastel-Kues und Traben-Trarbach sowie die Einheitsgemeinde Morbach. Den Wirtschaftskreis gründete 1994 der Wittlicher Unternehmer Bernhard Clemens, viele Jahre Vizepräsident der IHK. Der seit 2008 eingetragene Verein vertritt mit seinen bisher 142 Mitgliedern 20 000 Beschäftigte in der Region. urs

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