Jagd ist das einzige Gegenmittel

Über 640 000 Wildschweine haben die Jäger in Deutschland zwischen April 2008 und März 2009 erlegt - so viele wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1930er Jahren. Auch in Rheinland-Pfalz lag die Strecke mit immerhin knapp über 80 000 Schwarzkitteln nach Auskunft des Landesjagdverbands (LJV) deutlich über dem Niveau der letzten Jahre.

Bernkastel-Wittlich. (red) Mit einer Rekordstrecke - über 80 Prozent mehr als im Jahr zuvor - haben die Jäger die Wildschweinbestände kräftig reduziert. Ein ausnehmend langer Winter mit viel Schnee hatte unter anderem die Spurensuche und damit das Jagdglück stark begünstigt. Eine effektive Wildschweinjagd setzt laut LJV voraus, dass Förster, Landwirte, Grundeigentümer und Jäger auf regionaler Ebene gemeinsame Strategien erarbeiten. Dies wird vielerorts bereits sehr erfolgreich praktiziert.

Ohne Jagd könnten sich die Wildschweinbestände regional innerhalb eines Jahres verdreifachen. Dafür sorgen Nahrung im Überfluss und durchweg milde Winter.

Auch in diesem Herbst wird es bundesweit wieder eine rekordverdächtige Eichen- und Buchenmast geben. Unmassen an Wildschweinfutter also, zumal auch auf den Feldern der Mensch dafür sorgt, dass der Allesfresser Wildschwein wohlgenährt ist.

Trotz der Rekordstrecke gelte es, weiterhin intensiv Wildschweine zu jagen, sagt LJV-Präsident Kurt-Alexander Michael, um Schweinepest und übermäßige Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen zu vermeiden. Insbesondere Jungtiere müssten intensiv gejagt werden, sagt Michael, da diese entscheidend zum Anwachsen der Bestände beitragen.

Eine besondere Herausforderung für Jäger sind Maisfelder, die Wildschweine förmlich anziehen: Das über zwei Meter hohe Getreide bietet Schwarzkitteln zugleich beste Deckung und energiereiche Nahrung. Im Jahr 2008 wurde in Deutschland auf 2,1 Millionen Hektar Mais angebaut - über elf Prozent mehr als im Jahr zuvor.