Jagen, jagen, jagen

Ernste Worte mussten sich Ortsbürgermeisterin Gabriele Neurohr und der Ortsgemeinderat Malborn in seiner Sitzung zum Thema "Jagd und Forst" von Forstdirektor Hans-Jürgen Wagner anhören: "Wie ist es möglich, dass es hier die zweithöchsten Schäl- und Verbissschäden im Revier gibt?", fragte Wagner.

Malborn. (doth) Im September kommen die neuen Schadenszahlen, und Wagner mahnt: "Über drei Prozent geschädigte Bäume werde ich nicht tolerieren." Es steht Aussage gegen Aussage: Revierförster Franz Mertini klagt darüber, dass auch innerhalb von Umzäunungen alles weggefressen wird, was erst kürzlich angepflanzt wurde, und Jagdpächter Rien van Krey, ein Niederländer, behauptet, bestärkt durch die Jagdaufseher Ulrich Fuchs und Heinz Rosar: "Wir haben die Abschussquoten übererfüllt." Forstdirektor Wagner zeigt sich verblüfft und fragt: "Wie ist so etwas möglich?" Tatsache ist, es gibt zu viele hungrige Tiere im Malborner Forst. "Sie müssen geschicktere Jagdstrategien entwickeln", empfiehlt der oberste Forstmann Wagner. Förster Mertini drückt es drastischer aus: "Wir müssen Rehe und Sauen aus dem Gatter schießen." Denn: "Die fressen jetzt sogar schon junge Birken." Das heiße: Jagen auf Teufel komm raus."Wir wollen doch alle unseren Wald erhalten", mahnt Ortsbürgermeisterin Neurohr. Bei der nächsten Schadenserhebung dürfen Jäger und Ortsgemeinderäte dabei sein. Aber wehe, die Schäden liegen über drei Prozent. Das ist für Forstdirektor Wagner der absolute "Gau".Begeisterung für neues System "TPL"

Erfreulicher war das Thema "TPL". Die Erfahrungen mit der neuen "Technischen Produktionsleitung" sind positiv. Durch die Zusammenlegung von Revieren konnten 9000 Euro eingespart werden. Die erste Bewährungsprobe des Systems gab es bei Sturm "Kyrill". Forstdirektor Wagner ist begeistert: "Wir sind mit dem neuen System in der halben Zeit mit dem Sturmholz fertig geworden und konnten es auch noch sehr gut verkaufen." TPL-Leiter Schmidt: "Mit dem Holz ist es heute wie überall in der Wirtschaft. Wir müssen just in time die richtige Menge in der richtigen Qualität an die Sägewerke liefern." Man könne nicht immer Rücksicht auf die Waldwege nehmen, wenn Verträge mit der Industrie einzuhalten sind.

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