Jede Katze müsste froh sein

Zum Artikel "Frei laufenden Katern droht die Kastration" (TV vom 26. Januar) meint dieser Leser.

In dem Bericht über die Katzen in Veldenz sind einige Dinge zu lesen, die eher dazu beitragen, die Bevölkerung mit falschen Informationen zu verunsichern und Ängste zu schüren.

Erstens: Die Überschrift "Frei laufenden Kater droht die Kastration" ist irreführend. Eigentlich müsste jede Katze froh sein, wenn sie jemand kastriert. Man geht davon aus, dass eine kastrierte Katze etwa fünf Jahre länger lebt als eine unkastrierte.

Zweitens: Eine Frau fühlt sich durch die nach Nahrung suchenden Katzen gestört und sieht eine Gesundheitsgefahr für ihre Kinder. Das kann ich sogar verstehen. Aber anstatt eine geregelte Futterstation am Ortsrand einzuführen, womit eigentlich fast alle Probleme beseitigt wären, fordert man ein generelles Fütterungsverbot. An der Futterstelle können die Katzen genug Nahrung finden, so dass ein Aufreißen der gelben Säcke nicht mehr notwendig ist.

Drittens: Dann ein Lichtblick. Das Ordnungsamt Morbach fühlt sich nach einigem Kompetenzgeschiebe (wobei es natürlich immer nur ums Geld geht) für diesen Fall zuständig. Aber anstatt dass man es richtig macht und eine Komplettkastration des Bestandes vornimmt, will man nur die Kater kastrieren. Das ist Unsinn. Es braucht doch nur ein Ortsbewohner seinen Kater nicht kastrieren zu lassen.

Viertens: Und dann kommt die Krönung. Da wird von den Verwaltungen festgelegt, dass, wer eine verwilderte Katze füttert, sofort als Halter der Tiere angesehen wird. Hier geht es natürlich auch nur darum, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Die Einzigen, die nichts dafür können, sind die Tiere. Sie kämpfen nur um ihr Leben

Rainer Kordel, Altrich

Leiter des Efieltierheims Altrich

Tierschutz

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