Jede Menge Eigenleistung

Im Rahmen des Verbandsgemeinde-Feuerwehrtages hat die seit 110 Jahren aktive Freiwillige Feuerwehr Veldenz ihre neue Tragkraftspritze formell erhalten und auch ihr Gerätehaus eingeweiht, das Teil des umfassend renovierten Gemeindehauses ist.

Veldenz. Mit einem etwas veränderten Programm ist in Veldenz der diesjährige Verbandsgemeinde-Feuerwehrtag über die Bühne gegangen. Die für den Sonntag von den Wehren geplante Schauübung mit der Absturzsicherungsgruppe wurde wegen der zeitgleichen Verabschiedung von Pfarrer Georg Singer auf den Samstagabend vorverlegt.Unmittelbar vor dem Jubiläumsabend mit Festansprachen und Tanzmusik tut das dem Besucherandrang keinen Abbruch. Zumal gleichzeitig auch das grundlegend renovierte Gemeindehaus offiziell eingeweiht und eingesegnet wird. Das in den 60er Jahren errichtete Gebäude war laut Ortsbürgermeister Norbert Sproß nie entsprechend genutzt worden. Nach vierjähriger Renovierung sind dort nun das Feuerwehrgerätehaus, der Jugendraum und ein Proberaum für das Volksmusikorchester Grafschaft Veldenz untergebracht. Sproß hebt die "erhebliche Eigenleistung" hervor, die in dem Gebäude steckt, betont aber auch, dass die Renovierung "in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde" realisiert wurde.Tags darauf übergibt Bürgermeister Ulf Hangert die neue Tragkraftspritze an die Wehr, die vor zwei Jahren ein neues Fahrzeug bekommen hat. Die Freiwillige Feuerwehr Veldenz, die parallel zum Feuerwehrtag ihr 110-jähriges Bestehen feiert, ist laut Hangert mit Sicherheit eine der allerersten im Land. Die Zeiten, als Männer und Frauen noch mit Ledereimern hatten löschen müssen, seien glücklicherweise Geschichte. Heute seien vielmehr "hochqualifizierte Fachkräfte in Sachen Lebensrettung" im Einsatz, würdigt Hangert das Engagement der ehrenamtlichen Helfer.Zuvor haben die Wehrführer der Verbandsgemeinde im Römersaal getagt. Anlass ist ein Referat zum Thema Digitalfunk-Einführung. Laut René Kraus vom Innenministerium soll das Netz im nördlichen Rheinland-Pfalz, wozu auch der Kreis Bernkastel-Wittlich zählt, bis August 2009 stehen, im Süden bis Mai 2010. Das Land trage die gesamten Kosten für Aufbau und Betrieb. Die Beschaffung der Endgeräte wird laut Wehrleiter Thomas Edringer hingegen Sache der Kommunen sein. Anders als für den Geräte-Ersatz, der zu 100 Prozent zu Lasten der Verbandsgemeinden geht, hat das Land aber eine 50-prozentige Bezuschussung vorgeschlagen. Ein großer Vorteil ist laut Edringer, dass die neue Technik "ein Netzwerk für alle" sein wird. Denn bisher hätten Feuerwehren, Polizei, THW oder Katastrophenschutz stets "ihr eigenes Süppchen" gekocht. Die Umrüstung wird laut Kraus auch zu niedrigeren laufenden Kosten führen. Denn die bisherige, teils mehr als 30 Jahre alte Technik, sei reparaturanfällig, und Ersatzteile seien teuer. Außerdem sei ein digitales Funknetz sicherer. Die gesamten Kosten für die Umstellung kann er derzeit nicht beziffern. Das ganze gehe aber in die Millionen.EXTRA Ehrungen: Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Veldenz: Werner Schreiber. 50 jährige Mitgliedschaft: Artur Scholl, Walter Keith, Oswald Haas, Walter Bauer, Willi Bauer und Heinz Kruft. (urs)