Jede Menge starker Stimmen

Junge Gesangstalente finden sich nicht nur in Fernsehshows. Auch Wittlich hat jede Menge davon. Unter dem Titel "Young Vocals" haben fünf junge Sängerinnen und drei Sänger mit ihren Begleitmusikern im Peter-Wust-Gymnasium vor 100 Zuhörern gezeigt, wie viel Potenzial in ihnen steckt.

Wittlich. Ihre Stimme berührt. Klar ist sie, kräftig. Präzise setzt sie die Töne. "Focus (on me)", singt Nadine Benischek. Und sie steht im Fokus an diesem Abend. Nicht nur, weil sie im stimmungsvollen Bühnenlicht gesanglich brilliert.
Plattform für junge Talente


Die 17-Jährige ist es auch, die in Eigenregie sieben jungen Sängerkollegen die Möglichkeit zum Auftritt verschafft hat: "Meine Idee war es, ein Konzert für die Schüler meines Gesanglehrers Thomas Siessegger von der Musikschule des Landkreises Bernkastel-Wittlich zu organisieren."
Doch lud sie weitere Freunde ein und Sänger, deren Qualität Benischek schätzt. Und so entstand das Projekt "Young Vocals". "Ich wollte diesen talentierten Sängern eine Plattform geben, um sich zu präsentieren", sagt Benischek. Unterstützung erhielt die Zwölftklässlerin von ihrer Schule, dem Peter-Wust-Gymnasium, das die Kapelle als Location und die Technik zur Verfügung stellte.
Unter Benischeks Protegés ist auch ein bekannterer Name: Emily Valerius, die in der Fernsehshow "The Voice Kids" auftrat (der Tv berichtete). Valerius‘ Gesang besticht durch Klarheit und Sensibilität. Bei ihrer Interpretation von "My Immortal" laufen dem Zuhörer wohlige Schauer über den Rücken. Begleitet wird die 14-Jährige aus Plein von ihrer Schwester Lucca, beide auch Mitglieder in der Band Stagefire.
Bei "Bang Bang" drückt das Energiebündel richtig ab - im Duett mit Nadine Benischek. Die Stimmen harmonieren perfekt, mit ähnlicher Klangfarbe und ähnlichem Volumen. Kein Wunder, dass beide bei "Jugend musiziert" den Landeswettbewerb gewonnen und die Fahrkarte zum Bundeswettbewerb in Kassel in der Tasche haben.
Simon Klar hat sich für ruhigere Stücke entschieden. Er interpretiert sie sehr gefühlvoll und begleitet sich selbst am Klavier. Seine weiche Stimme umschmeichelt jeden Ton.
Selbst geschriebene Stücke


Mit harmonischen Balladen zu eingängiger Musik stellt sich Michelle Schmitt vor. Das Besondere: Sie hat die Songs selbst geschrieben. Und Fabian Badry ergänzt ihren Gesang virtuos mit verspielten Melodien. Der junge Pianist kann aber auch jazzig, wenn er Leonard Preislers Gesang untermalt. Der zeigt nicht nur, dass er frei improvisieren kann. Seine kräftige, angenehm dunkle Stimme trägt auch ohne Begleittöne, wenn Badry das Klavier als Percussion-Instrument zweckentfremdet.
Etwas zurückhaltender, doch mit prägnanter Stimme: Ann-Kathrin Prinz, die Playback singt. Rockig sind die Songs von Jana Dostert. Jazzig lässt es Benjamin Brow angehen. Bei "Uptown Funk" hält es die rund 100 Zuhörer kaum noch auf den Stühlen. Brow hat es da besser, hat er doch auf der Bühne reichlich Platz zum Tanzen.
Nicht nur die Begabung der acht jungen Sänger ist beeindruckend, sondern auch ihre Vielfalt und Individualität. "Das wollte ich betonen", sagt Benischek. "Jeder von uns hat seinen eigenen Stil. Und ich bin begeistert von jedem Einzelnen." Die Zuhörer sehen das genauso, spenden nach jedem Auftritt lauten Applaus. Und sie dürfen sich freuen: Es soll nicht das letzte Konzert der jungen Musiker sein. Nadine Benischek möchte ihren jungen Solokünstlern weitere Auftrittsgelegenheiten ermöglichen.

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