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"Jede weitere Typisierung kann Leben retten"

"Jede weitere Typisierung kann Leben retten"

237 potenzielle Knochenmarkspender haben sich an der Berufsbildenden Schule Bernkastel-Kues typisieren lassen. Die Kosten für die Aktion hat die Stefan-Morsch-Stiftung übernommen.

Bernkastel-Kues. (red) Auf eine Suche der etwas anderen Art machten sich Schüler an der Berufsbildenden Schule (BBS) Bernkastel-Kues: Gemeinsam mit der Stefan-Morsch-Stiftung haben sie 237 potenziellen Knochenmarkspendern Blut entnommen, um damit Leukämie- und Tumorpatienten eine Überlebenschance zu geben. In Deutschland suchen jedes Jahr 1700 Patienten einen passenden Spender.

Auf den Weg gebracht wurde die Typisierung von der Hotelfachschülerin Alexandra Terboven, die eine der ehrenamtlichen Botschafterinnen der in Birkenfeld ansässigen Stefan-Morsch-Stiftung ist, und die mit ihrem Anliegen bei der Schülervertretung der BBS offene Türen einlief. Denn für Schülersprecher Mike Neuwinger stand aus ganz persönlichen Gründen sofort fest, dass er sich engagieren würde: "Da ich selbst meine Mutter durch Krebs verloren habe, wollte ich unbedingt helfen."

Neuwinger gelang es, auch 25 Schüler der Realschule in Morbach für die Aktion zu mobilisieren, die dann nach Bernkastel-Kues kamen, um sich Blut abnehmen zu lassen. Die Kosten für diese Fahrt wurden spontan von den Verkehrsbetrieben übernommen. Schülerin Alexandra und ihre Mutter Elisabeth Terboven, die bei der Stiftung für die Organisation von Blutabnahmeaktionen verantwortlich ist, informierten an der BBS in mehreren Vorträgen Schüler und Lehrer über die Aktion.

Um neun Uhr ging es los, bereits bis zum Mittag hatten 111 Spender ein kleines Röhrchen Blut zur Typisierung abgegeben. Den drei Mitarbeitern der Stefan-Morsch-Stiftung assistierten unter Aufsicht des Arztes Dr. Konrad Ströbele die fachkundigen Schülerinnen der Oberstufe der Medizinischen Fachangestellten. Das Blut wird jetzt von der Stiftung im Labor untersucht, und es werden die wichtigsten Gewebemerkmale des potenziellen Knochenmarkspenders bestimmt. 50 Euro kostet ein solcher Test; die Kosten deckt die Stiftung über Spenden, da Krankenkassen dafür nicht aufkommen. Die Schülervertretung der BBS hatte hier noch eine Überraschung für die Stefan-Morsch-Stiftung parat: eine Spende von 1000 Euro, gesammelt auf dem vergangenen Adventsbasar.

Die Ergebnisse der Labor untersuchung schickt die Stiftung dann an das Zentrale Knochenmarkspender-Register in Ulm, wo derzeit rund 3,5 Millionen potenzielle Spender registriert sind. Und bald auch 237 von der BBS Bernkastel-Kues und der Realschule Morbach. Schülersprecher Mike Neuwinger ist mit dem Ergebnis zufrieden, aber für ihn steht auch fest, dass die Aktion möglichst bald wiederholt wird: "Denn jede weitere Typisierung kann Leben retten."