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Jeder Zehnte im Dorf spielt in der Kapelle

Jeder Zehnte im Dorf spielt in der Kapelle

Das traditionelle Osterkonzert bot den würdigen Rahmen, langjährige Mitglieder der Kinheimer Winzerkapelle zu ehren. Als Novum ehrte Ewald Tonner vom Kreismusikverband erstmals einen Dirigenten im Kreis Bernkastel-Wittlich für 40 Jahre Dirigat in der mit gut 300 Zuhörern besuchten Succellushalle. Sichtlich bewegt nahm Diplomdirigent Helmut Kaufmann die Ehrung entgegen.

Kinheim. (mü) Die Gemeinde Kinheim hat 830 Einwohner, davon spielen 83 als Musiker in der Winzerkapelle Kinheim. Musik im Verein spricht Menschen in vielfältiger Weise an. Kameradschaft, Gesellschaft und ein lebendiges Vereinsleben locken und halten die Musiker in die Winzerkapelle. Von den 83 Musikern sind 58 Aktive jünger als 27 Jahre.Qualifizierte und gezielte Jugendarbeit lag dem Diplomdirigenten Helmut Kaufmann immer schon am Herzen. "Gut ausgebildete Musiker und ein engagierter Dirigent sind die Grundlagen für musikalischen Erfolg", sagt Ewald Tonner, Vorsitzender des Kreismusikverbandes Bernkastel-Wittlich. Treue und engagierte Musiker seien die tragenden Säulen des Orchesters, fuhr er fort.Das Frühlingskonzert der 1924 gegründeten Winzerkapelle bot den würdigen Rahmen, langjährige Mitglieder auszuzeichnen.Claudia Bechtel, Tobias Bechtel, Tanja Breidenbenden, Sonja Hünnekens, Christopher Jakoby und Marina Zender erhielten für zehn Jahre aktive Tätigkeit das Ehrenzeichen in Bronze. Mit dem Ehrenzeichen in Silber für 20 Jahre aktives Musizieren wurden Nicole Bechtel, Thorsten Molitor, Sabrina Müller und Christina Reiß ausgezeichnet.Joachim Bechtel und Karl-Hans Weißkopf erhielten die goldene Ehrennadel und den Ehrenbrief des Landesmusikverbandes Rheinland-Pfalz.In seiner 58-jährigen aktiven Musikerzeit war Diplomdirigent Helmut Kaufmann mehr als 40 Jahre für die musikalische Leitung verantwortlich. "In dieser Zeit hat er die Musiker seiner Winzerkapelle gekonnt durch die Vielfalt der Musikliteratur, aber auch durch die Höhen und Tiefen eines Vereinslebens gelotst", betonte Tonner die unermüdlichen Leistungen."Du hast Großes für unseren Heimatort getan", freut sich Bürgermeister Günter Jakoby. Einzigartig habe Kaufmann in den letzten 40 Jahren die Winzerkapelle und seinen Heimatort geprägt und dabei Musik und Gesang zusammengeführt.Wenn auch mit Christian Vogt ein zweiter Dirigent den Musikern den Ton angibt, ist das kein Ruhekissen für Helmut Kaufmann. "Ich dachte, das war die letzte Ehrung, aber es gibt ja noch eine", scherzte er und stellte in Aussicht: "Die kriegen wir auch noch hin."Stehende Ovationen der gut 300 Gäste beim Frühlingskonzert in der Sucellushalle und der Musiker waren der aufrichtige Dank für seine Leistungen.