Jesus in Bleiverglasung und Ölgemälde aus dem Playboy
Wittlich · 40 Aussteller aus Wittlich, Trier, Mainz und Offenbach haben bei der achten Auflage der Veranstaltung "Kunst an Hecken und Zäunen" im Wittlicher Stadtpark ihre Bilder, Fotos, Skulpturen, Glas- und Aktionskunst präsentiert. 2000 Besucher haben sich die Werke angeschaut.
Wittlich. Einen Jesus in Bleiverglasung, ein Ölgemälde aus dem Playboy, Bäume mit Türen und vieles mehr erwartete die Besucher der Ausstellung "Kunst an Hecken und Zäunen". Unter vielen kleinen Zelten zeigten viele Künstler ihre Werke. Viele hatten auf der Wiese ihre Staffeleien aufgebaut und auch Bäume und Bauzäune als Ausstellungsfläche für ihre Kunstwerke genutzt.
Seit acht Jahren stellt der gleichnamige Verein die Veranstaltung auf die Beine. Wie "Kunst an Hecken und Zäunen" enstanden ist, weiß Manfred Amerkamp: "Drei Menschen, die sich mit Kunst beschäftigen, haben während eines Abendessens überlegt, mit ihren Werken an die Öffentlichkeit zu gehen". Dann ging die Suche nach einem Raum los, und nach einiger Zeit hatte man sich mit dem Kulturamt auf den Stadtpark verständigt. Durchschnittlich kommen pro Jahr 50 bis 60 Künstler, in diesem Jahr waren es nur 40. Manfred Amerkamp erklärt: "Wir kamen dieses Jahr mit den frühen Sommerferien in Konflikt, viele Aussteller sind bereits im Urlaub. Dafür sind aber deutlich mehr Besucher da als sonst. Ich schätze dass es 2000 sind." Neben Künstlern aus der Region Wittlich präsentieren auch Leute aus Offenbach, Mainz oder Trier ihre Werke.
Das Besondere an "Kunst an Hecken und Zäunen" ist die Atmosphäre der Freiluftveranstaltung mit viel Grün und der sanften Musik eines Saxofonisten. Die Aussteller wie zum Beispiel Rosmarie Kappes aus Oberöfflingen schätzen die Veranstaltung. "Ich stelle meine Bilder hier zum ersten Mal aus. Man kommt mit den Besuchern ins Gespräch und man sieht eine große Vielfalt an Kunst", sagt Kappes. Hans- Dieter Jung, der zum vierten Mal mit seinen Skulpturen aus Fundstücken dabei ist, freut sich jedes Jahr auf die Veranstaltung: "Man trifft hier Kollegen und interessierte Gäste."
Bei "Kunst an Hecken und Zäunen" kann jeder gegen eine kleine Gebühr ausstellen. Mitglied im Verein zu sein ist keine Voraussetzung. Auch eine Jury , die entscheidet, wer dabei sein darf und wer nicht, gibt es nicht. "Dadurch haben wir natürlich eine breite Qualitätspalette, von hochwertiger Kunst bis eher im unteren Bereich. Wichtig ist uns, die Künstler zu bestärken, ihre Werke auch einmal in der Öffentlichkeit zu zeigen", sagt Amerkamp.
Der Verein lässt sich die Veranstaltung im Wittlicher Stadtpark jedes Jahr 3000 bis 4000 Euro kosten, die vor allem fürs Rahmenprogramm ausgegeben werden. In diesem Jahr unterhielten eine Bauchtanzgruppe, die Kunstnacht und eine Band die Besucher. chb