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Jetskis auf der Mosel: Zu schnell fahren wird teuer

Jetskis auf der Mosel: Zu schnell fahren wird teuer

Mit dem Jetski über die Mosel brausen: Für viele Gäste an der Mosel ein beliebtes Freizeitvergnügen. Doch es gibt auch zehalreiche Regeln, die enzuhalten sind. Die Polizei kontrolliert daher regelmäßig.

Cochem-Zell. Bei jeder dritten Kontrolle fällt ein Jetskifahrer auf der Mosel der Wasserschutzpolizei negativ auf. Das betont Achim Bartholome, der Dienststellenleiter der Polizei in Cochem. Aber er bricht zugleich eine Lanze für die Freizeitsportler. "Hier rasen die rum - das ist ein typischer Vorwurf, der vor allem im Sommer immer wieder an uns herangetragen wird", sagt Bartholome. Das Problem sind seiner Ansicht nach weniger die Raser unter den Jetskifahrern als vielmehr der Lärm, der allgemein von den Sportbooten ausgehe. "Die Menschen empfinden die Lautstärke als zu schnelles Fahren", erläutert der Erste Polizeihauptkommissar. Mit Geschwindigkeitsdelikten habe die Polizei in der Tat seltener zu tun.
Die sogenannten Wassermotorräder oder Jetbikes stehen dennoch besonders im Fokus der Polizei, im wahrsten Sinne des Wortes: Denn die Polizei zu Wasser hat sich kürzlich mit einer hochempfindlichen Kamera ausgerüstet, um Verstöße auch aus größeren Entfernungen mit sichtbaren Beweisen belegen zu können. Und dann folgen Anzeigen. Gut 650 Kontrollen bei Sportbooten, zu denen die Jetbikes zählen, hat die Cochemer Wasserschutzpolizei pro Jahr durchschnittlich vorgenommen. "Da wir in unserem Bereich viele Campingplätze haben, bringen einige ihre schnellen Flitzer oft direkt mit", erklärt der Fachmann. Auf der Mosel dürfen Jetbikes auf extra dafür ausgewiesenen Strecken unterwegs sein. Nur im Bereich unterhalb der A 61 bei Winningen ist eine ein Kilometer lange Strecke beschildert. Dort dürfen sie Runden drehen. Außerhalb dieses Bereichs gilt, dass nur Touren von A nach B gemacht werden dürfen, beispielsweise von Neef nach Ediger-Eller. "Aber ohne Kunststücke", mahnt der Polizist.
Wen die Wasserschutzpolizei erwischt, der muss oft tief in die Tasche greifen. Schon mindestens 100 Euro sind es, wenn die Papiere nicht vollständig sind. "Bei jeder dritten Kontrolle gibt es Beanstandungen", berichtet Bartholome. Ein Verstoß gegen die Verkehrsordnung liegt bei etwa 33 Prozent der Bootsführer vor. Bei 22 Prozent gibt es Ungereimtheiten mit dem Führerschein, und 26 Prozent kommen ihrer Kennzeichnungspflicht nicht nach.
Extrem war, was eine Kontrolle vor Kurzem ans Tageslicht förderte. Bartholome: "Wir kontrollierten einen Bootsführer, der noch ein Kennzeichen aus den 90er-Jahren hatte." 1995 seien die alten Schilder von der Wasserschifffahrtsverwaltung abgeschafft worden, danach gab es eine dreijährige Übergangsfrist. Der Delinquent fuhr aber immer noch mit einem seit fast mehr als 20 Jahren abgelaufenen Kennzeichen herum.
Wer rasant herumfährt, riskiert ein weiteres Delikt zu begehen, das teuer wird. "Unfälle durch Sog- und Wellenschlag sind leider immer wieder ein Tatbestand", erklärt Bartholome. Wenn jemand also mit Vollgas an einem Steg vorbeifährt, kann die Heckwelle dazu führen, dass liegende Boote ins Schlingern kommen, gegen den Steg schlagen, zerstört werden oder Klampen herausreißen. Für diese Schäden wird der Jetskifahrer zur Rechenschaft gezogen. jo