Jetzt muss ein Wirtschaftsprüfer ran

Jetzt muss ein Wirtschaftsprüfer ran

Der erste Mosel-Wein-Nachts-Markt, von den Traben-Trarbachern einhellig sehr positiv bewertet, hat im Stadtrat zu einer kontroversen, teilweise aggressiven Debatte geführt. Die VG-Verwaltung hat ein Defizit von 184 000 Euro errechnet. Viele Bürger stehen dennoch zu Touristikchef Holzmann, der andere Zahlen vorgelegt hat. Ein Wirtschaftsprüfer soll jetzt den Sachverhalt klären.

Traben-Trarbach. Der Tagesordnungspunkt "Bewilligung von weiter ungedeckten Mehrausgaben von 48 500 Euro für den Wein-Nachts-Markt" hätte in wenigen Minuten abgehandelt sein können. Die Fraktionen im Stadtrat sind sich nämlich einig, diesen Betrag zur Verfügung zu stellen. Doch es kam anders. Jörg Trossen (CDU) beantragte, die Einwohnerfragestunde hinter diesen Tagesordnungspunkt zu verlegen, und Jürgen Römer (CDU) stellte den Antrag, dass Touristikchef Matthias Holzmann auch zu Wort kommen müsse. Und die 120 Bürger, die zuvor bereits Holzmann mit Beifall begrüßt hatten, legten los. Viele bezweifeln, dass die Verwaltung bei der Abrechnung des Wein-Nachts-Marktes mit richtigen Zahlen rechne und viele vermuten, dass die Verwaltung Holzmann alleine für das Defizit verantwortlich machen wolle (siehe die Beiträge unten auf dieser Seite). Zitat: "Die Stadt verbreitet falsche Zahlen. Das sind versteckte Vorwürfe gegen Holzmann." Einer meinte an Pönnighaus gerichtet: "Wenn es stimmt, dass die Position von Herrn Holzmann infrage steht, haben Sie die halbe Stadt gegen sich."
SPD, FDP und FWG sind sich hingegen einig: Die Verwaltung habe die Pflicht, Einnahmen und Ausgaben zu prüfen. Hajo Weinmann (SPD): "Wir können so nicht mit unserem Geld umgehen. Es kann nicht sein, dass wir ständig Rechnungen hinterherlaufen." Die CDU-Fraktion ist tief gespalten. Fraktionssprecherin Jutta Schneider sagte, es müsse geprüft werden, wie das Defizit zustande gekommen sei. Teile ihrer Fraktion wollten aber eine Aufklärung verhindern. Damit meinte sie Jürgen Römer und Jörg Trossen, die sich vor Holzmann stellen und seine Arbeit uneingeschränkt positiv bewerten. Der Stadtrat fasste den Entschluss, einen externen Wirtschaftsprüfer zu engagieren, um Klarheit über Ein- und Ausgaben des Wein-Nachts-Marktes zu schaffen.

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