Veranstaltung : Joey Kelly, der Südpol und die Klausener Kirche

Joey Kelly hat in der Wallfahrtskirche vor 300 Besuchern über Ziele, Motivation, Grenzen, Extremerfahrungen sowie sein Leben als Musiker gesprochen. Gesungen wurde auch.

Joey Kelly stand in den 1990er Jahren mit seiner Familie auf den großen Musikbühnen, sang vor Tausenden Menschen in einer Zeit, als Jugendliche noch die Bravo lasen, soziale Netzwerke wie Facebook oder die Digitalisierung Fremdwörter und Handys der Marke Nokia das Non-Plus-Ultra waren.

Auch aus dieser Zeit erzählte Kelly am Dienstagabend in der Wallfahrtskirche in Klausen, untermalt mit Bildern und Videos. Und er erzählte von seinen Erlebnissen als Extremsportler. Zum Beispiel, als er als Mitglied des vierköpfigen deutschen Teams unter der Leitung von Moderator Markus Lanz am Wettlauf zum Südpol teilnahm. Oder von seinen Deutschlandtouren, die erste war 2010. 900 Kilometer marschierte Kelly damals von Wilhelmshaven bis zur Zugspitze, ohne Geld. Er ernährte sich ausschließlich von dem, was die Natur ihm bot. „Ich habe damals 15 Kilo in 18 Tagen abgenommen“, erzählte er. „Und das Ganze kostete mich ganze 9,24 Euro.“ Für die Plane, die er sich vorher im Baumarkt gekauft hatte, um darin eingewickelt zu schlafen.

Kelly erzählte aber auch von seiner Familie, mit der er als Musiker auf der Bühne stand. Von seiner Mutter, deren Vorfahren aus Deutschland stammten. Vom Leben im Doppeldecker-Bus der Kellys, als diese noch auf der Straße unterwegs waren. „Die Höchstgeschwindigkeit war 60 Stundenkilometer, die Kellys waren auch auf der Autobahn nicht so beliebt.“ Und von seinem Vater, dem „Querdenker“, der „frei und ohne Angst“ lebte, dominant war und streng. „Wir hatten nichts, und doch hatten wir alles. Wir hatten ein Ziel, und wir waren ein Team.“ Beides brauche man auch im Triathlon, wie Kelly später erklärte.

Im Dialog mit Pater Albert Seul riet Kelly dem Wallfahrtsrektor zu einem Leben mit Sport und gesunder Ernährung. Ob Musik bei seinem Sport, seinem Training denn eine Rolle spiele, wollte Pater Albert von dem 46-Jährigen wissen. Und Kelly bejahte. Vor allem auf der Langdistanz höre er Musik, nach sechs bis acht Stunden, um sich emotional zu motivieren. Aber, so gab er schmunzelnd zu, „nicht die Kellys“. Und auch das einzige Lied, was an diesem Abend in der Klausener Kirche erklang, war keines der Kelly Family:

Als Joey Kelly in seinem Vortrag als Gast den 14-jährigen Tim zu sich nach vorne holte, stimmte Kelly kurz darauf gemeinsam mit den 300 Gästen ein Ständchen für den jungen Mann an, der am Dienstag Geburtstag hatte. Die Frage, ob er denn Nokia-Handys kenne, verneinte der 14-Jährige. Die Bravo und Facebook kennt er allerdings.

Eine Fotostrecke zum Abend mit Joey Kelly finden Sie auf www.volksfreund.de

Mehr von Volksfreund