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Wein: Jubiläum beim größten Weinerzeuger

Wein : Jubiläum beim größten Weinerzeuger

In den 50 Jahren seit ihrer Gründung hat sich die Moselland eG als wichtiger Partner von fast 2000 Winzern und dem Lebensmitteleinzelhandel etabliert. Und weiteres Wachstum scheint möglich.

Eine Institution in der Weinverarbeitung und dem Vertrieb hat ihren 50.  Geburtstag gefeiert. Und wie! Drei Tage lang war die Moselland Winzergenossenschaft im Feiermodus. Der Freitag gehörte den  knapp 200 Mitarbeitern, der Samstag den Mitgliedern, die sich ihren Betrieb anschauen und gemeinsam das Jubiläum begehen. Am Sonntag haben dann zahlreiche Bürger die Gelegenheit genutzt, den Betrieb mit seinen riesigen Tankhallen und den leistungsfähigen Abfüllanlagen zu erleben, in denen bis zu 25 000 Flaschen pro Stunde befüllt und etikettiert werden können.

„Am Anfang haben wir traditionell gearbeitet, heute sind wir ein hochmoderner Betrieb“, sagt Betriebsleiter Peter Meurer. Dabei achtet die Genossenschaft auf alle Arbeitsgänge — von der Traube bis zum fertigen Wein. „Das ist wichtig für die Qualität, die wir durch Vorgaben wie den Zeitpunkt der Lese mit beeinflussen können“, sagt er.  Zudem wolle die Genossenschaft einen Beitrag für den Erhalt der Kulturlandschaft Mosel leisten: Für Trauben aus den Steillagen erhalten die Winzer einen Aufschlag.

Das runde Datum bedeute Rückbesinnung und gleichzeitig Ausblick in die Zukunft, sagt Henning Seibert, Vorstandsvorsitzender der Moselland. Dabei habe man nichts gegen weiteres Wachstum. „Aber nicht auf Teufel komm raus“, erklärt er. Derzeit biete man dem Lebensmitteleinzelhandel als Hauptabnehmer der Moselland mit der Mosel, der Nahe, Rheinhessen und der Pfalz Weine aus vier Anbaugebieten aus einer Hand, sagt er.

Hinzu kommen die Weine der luxemburgischen Domaines Vinmoselle, deren Vertrieb die Moselland für Deutschland übernommen hat. „Wir sind die erste Genossenschaft, die über die Landesgrenzen geht“, sagt Seibert. Durchweg positiv beurteilen die  Mitglieder der Moselland an der Jubiläumsfeier ihre Genossenschaft. „Ich kann mich um Keller und Vermarktung nicht kümmern und liefere alle Trauben an die Genossenschaft“, sagt Volker Becker aus Lieser, der 17 Hektar Weinberg bearbeitet.

Die Genossenschaft nehme alles ab, während sich bei einer Selbstvermarktung Händler nur einzelne Sachen rauspicken. Zudem seien die Preisschwankungen niedriger. Wünsche für die Zukunft hat er keine. „Ich bin rundum zufrieden“, sagt er.

Einen anderen Weg geht Jörg Müller aus Burgen. Er vermarktet den Wein aus knapp 9,5 Hektar Weinanbau selbst und liefert die Trauben aus 2,5 Hektar an die Genossenschaft. Das gibt ihm Planungssicherheit, da er von der Genossenschaft alle zwei Monate für seine Lieferung Geld erhält. „Damit kann ich fest rechnen“, sagt er.

Bei der Selbstvermarktung erziele er zwar höhere Erlöse, habe aber auch mehr Arbeit. Adolf Eyer aus Weinsheim  (Nahe)  beurteilt die Fusion seiner ehemaligen Genossenschaft mit der Moselland positiv. Daraus hätten sich stabilere und höhere Erlöse ergeben, sagt er.

Für den Brauneberger Winzer Kurt Kranz, seit vielen Jahren stellvertretender  ehrenamtlicher Vorsitzender der Moselland eG, ist die Genossenschaft ein Partner, auf den Verlass ist. „Wir können sicher sein, dass alles abgenommen und nach bestmöglichen Kriterien vermarktet wird  und wir Winzer ausreichend Erlös haben“, erläutert er.

Das System habe sich jetzt 50 Jahre bewährt. Zudem fungiere die Moselland als Preisstabilisator, der die Schwankungen am Markt etwas auffange. „Jetzt ist Wein gefragt, aber 1982 war der Preis sehr tief“, erinnert er sich. Ohne das Potenzial der Moselland wäre der Preis noch weiter gefallen.