Jünger geht's kaum

Erst 20 Jahre alt und schon Schreinermeister: Nico Gedert aus Traben-Trarbach hat das geschafft. Der junge Mann hat von Kind auf mit Holz gebastelt und gewerkelt. Er stammt aus einer Familie, die seit fünf Generationen das Schreinerhandwerk betreibt.

Traben-Trarbach/Starkenburg. (sim) Als Kind bastelte er sich sein eigenes Spielzeug - Boote und Flugzeuge. In der Schreinerwerkstatt seines Vaters Robert fand der kleine Tüftler alles, was er dazu brauchte: Holz, Sägen, Hobel, Klebstoff, Schrauben und Nägel. "Für mich war von Anfang an klar, dass ich einmal Schreiner werde", sagt Nico Gedert. Jetzt ist er 20 und hat bereits den Meisterbrief in der Tasche. Sein Meisterstück, ein Hänge-Barschrank aus den Holzarten Wenge und Ahorn mit einem rubinroten Schiebeelement steht in seiner Wohnung in Traben-Trarbach - wie auch sein Gesellenstück, ein TV/Phono-Hängeschrank. Mit Holz zu arbeiten, ist für den jungen Mann eine Leidenschaft. "Der Beruf des Schreiners ist sehr abwechslungsreich. Man sieht das Stück unter seinen Händen wachsen, und alles muss haargenau passen", erklärt Nico Gedert und ergänzt: "Wenn man fertig ist, hat man etwas Schönes geschaffen."In Traben-Trarbach ging er auf die Grundschule, dann auf die Realschule. Es folgte ein einjähriges Berufsgrundschuljahr in Cochem. Dort lernte er die praktischen Grundkenntnisse des Berufs: Sägen, Hobeln, Kleben, Zinken - alles mit der Hand und ohne Maschinen. Bei der Firma Brand-Ladenbau in Longuich absolvierte er die auf zwei Jahre verkürzte Schreinerlehre. Und gleich danach ging es auf die Holzfachschule im hessischen Bad Wildungen. Die neue Handwerksordnung machte es möglich: Während in früheren Jahren ein angehender Handwerksmeister zunächst einige Jahre Berufserfahrung als Geselle nachweisen musste, ist dies heute nicht mehr der Fall. Ein Jahr lang besuchte er die Holzfachschule, der auch ein Internat angegliedert ist. Zurzeit arbeitet er zu Hause im Betrieb in Starkenburg, den bis vor kurzem sein Vater geführt hat. Doch seit dieser sich aus dem Geschäft zurückgezogen hat, ist Nicos Bruder Marco der Chef der Schreinerei. Vielleicht wird Nico irgendwann den Betrieb, der zwölf Leute beschäftigt, zusammen mit seinem sieben Jahre älteren Bruder führen, doch zunächst will er noch einige Jahre Erfahrung in anderen Schreinerbetrieben sammeln. Zurzeit hilft der junge Schreinermeister im Betrieb in Starkenburg, der sich auf Innenausbau und Krankenhauseinrichtungen spezialisiert hat. In der Freizeit spielt Nico Gedert Handball. Seit seinem 17. Lebensjahr ist er Aktiver bei der Regionalliga-Mannschaft HSG Irmenach-Kleinich-Horbruch.