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Jürgen Jakoby: Polizeibeamter will Bürgermeister von Wittlich-Land werden

Bürgermeisterwahl : Jürgen Jakoby: Polizeibeamter will auf den Chefsessel der VG Wittlich-Land

Neben CDU-Fraktionschef Manuel Follmann tritt mit Jürgen Jakoby aus Platten noch ein weiterer Kandidat zur Bürgermeisterwahl in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land an: Das ist sein Wahlprogramm.

Am Superwahlsonntag in der VG Wittlich-Land geben die Bürger der Verbandsgemeinde ihre Stimme nicht nur zur Bundestagswahl ab. Sie entscheiden am Sonntag, 26. September, auch darüber, wer neuer Bürgermeister ihrer Verbandsgemeinde wird. 

Die Wahl wird nötig, weil der ehemalige Bürgermeister Dennis Junk (CDU) nach der zurückliegenden Wahl im März in den Landtag einzog. Seitdem führt der Erste Beigeordnete Fritz Kohl die Geschäfte im Rathaus der Verbandsgemeinde kommissarisch.

Zunächst ging mit dem CDU-Fraktionschef Manuel Follmann an den Start. Doch kurz vor Toresschluss warf mit dem Plattener Ortsbürgermeister Jürgen Jakoby noch ein weiterer Kandidat seinen Hut in den Ring: „Initialgrund ist, dem Wähler eine Wahl zu geben. Bei nur einem Kandidaten hat er keine Auswahl“, sagt Jakoby zu seiner Kanidatur, die er zwei Wochen vor Ablauf der Bewerbungsfrist bekanntgegeben hatte (unsere Zeitung berichtete).

Im Kandidaten-Porträt unserer Zeitung nennt der Ortsbürgermeister aber auch noch weitere Gründe dafür, warum er Chef der VG Wittlich-Land werden möchte: „Mir geht es auch darum, das beste für die Verbandsgemeinde rauszuholen“, sagt der Polizist und Personenschützer aus Platten.

Da er als freier Kandidat keinerlei Parteizwängen unterliege, könne er in seiner Politik frei agieren „und das umsetzen, was Verbandsgemeinderat und Ortsbürgermeister als Souverän festlegen und fordern.“ Als Ortsbürgermeister von Platten habe er zudem gemerkt, so Jakoby, dass im Verhältnis und den Abläufen zwischen den Ortsgemeinden und der Verbandsgemeinde „einiges im Argen“ liege. „Da kann man vieles besser organisieren“, sagt Jakoby. Wenn er die Mehrheit der Stimmen erhalte, wolle er die „ganze Amtszeit von acht Jahren nutzen „und nicht schon auf halbem Weg zum nächsten Amt schielen“.

Jakoby bekam bei der Kommunalwahl im Mai 2019 als einziger Kandidat stolze 82,37 Prozent der Wählerstimmen für das Amt des Ortsbürgermeisters. „Meine Stärke ist, dass ich Leute begeistern kann, um das beste Ergebnis für die Sache zu erhalten.“

Aber welche Ziele würde der Ortsbürgermeister als neu gewählter Verbandsgemeindechef verfolgen? „Ziel des Bürgermeisters sollte es sein, die Beschlüsse des Verbandsgemeinderates und der Bürgermeisterversammlung bestmöglichst umzusetzen“, sagt Jakoby. Wichtige Arbeitsfelder seien der Hochwasserschutz „und immer wieder die Problematik der Kindertagesstätten“. Neubauten, Erweiterungen und Sanierungen sind da das Thema, auch um gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden, womit hohe Kosten verbunden sind.“

Auch die Digitalisierung sei weiter voranzutreiben. „Aber in Platten haben wir den Glasfaserausbau kostengünstig hinbekommen, weil eine private Firma den Ausbau erledigt hat. Das müssen wir für alle Gemeinden so hinbekommen und betreuen. Da müssen Verhandlungen mit privaten Unternehmen geführt werden“, erklärt Jakoby, der als Verbandsgemeindebürgermeister gerne verschiedene Themenfelder beackern würde.

Doch während Kandidat Manuel Follmann mit den Stimmen zahlreicher CDU-Stammwähler rechnen darf, stellt sich die Frage, welche Chancen sich der parteilose Kandidat aus Platten bei der Wahl ausrechnet? „In der Politik ist alles möglich. Aber ich kaufe mir morgen noch keinen neuen Schreibtischstuhl“, sagt Jakoby.

Während sein Konkurrent von der CDU auf Wahlkampftour in den Orten der Verbandsgemeinde unterwegs ist, sagt Jakoby: „Aus beruflichen Gründen habe ich leider keine Zeit für Wahlkampfwerbung.“ Plakate gibt es von Jürgen Jakoby auch nicht zu sehen: „Zur Bundestagswahl hängen derzeit schon genug Plakate, von denen einige schon durchs Dorf fliegen. Da möchte ich mich nicht noch dran beteiligen.“ Die Bürger seien ja fähig, sagt der Plattener, sich über die Zeitung und andere Quellen über die Kandidaten zu informieren.