Jugend-Gemeinderat ist beschlossene Sache

Jugend-Gemeinderat ist beschlossene Sache

Auf einhelligen Wunsch des Ortsgemeinderates sind nun auch formell die Weichen gestellt für einen "Jugend-Gemeinderat Zeltingen-Rachtig", der bereits Ende des Jahres seine Arbeit aufnehmen könnte.

Zeltingen-Rachtig. Im größten Ort der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues wird die Jugend schon sehr bald ein Wörtchen mitzureden haben. Und zwar immer dann, wenn Entscheidungen anstehen, die Jugendliche interessieren oder sie berühren. Den Weg frei gemacht für eine aktive Beteiligung des Nachwuchses hat der Ortsgemeinderat. Mit einem einstimmigen Grundsatzbeschluss hat er sich für einen "Jugendgemeinderat Zeltingen-Rachtig" ausgesprochen. Dass das Gremium sich so einmütig für die Jugendlichen einsetzt, haben diese in erster Linie sich selbst zu verdanken.

So hebt Hans-Peter Ehses hervor, dass die Freie Wählergruppe vor allem eines bewogen habe, dem zu begrüßenden Vorhaben zuzustimmen: "Dass die Jugendlichen selbst dieses Interesse gezeigt haben." Beeindruckt hat nämlich nicht nur, dass zu einer ersten Informationsveranstaltung weit mehr als 40 Jugendliche erschienen waren. Die jungen Leute haben auch bei einem Folgetermin Mitte August Entschlossenheit demonstriert. Rund 30 Jugendliche seien der Einladung gefolgt, und sie seien auch alle "wirklich interessiert" gewesen, stellt Ortsbürgermeister Manfred Kappes anerkennend fest. Von denjenigen, die sich zuvor bereit erklärt hatten, an der Gründung eines Gemeinde-Jugendparlaments mitzuwirken, hätten nur wenige entschuldigt gefehlt.

Das anlässlich dieses Treffens erstellte Arbeitspapier enthält Punkte wie Sitzungs-Rhythmus und -Ort oder die Höhe des Etats, für den 2000 bis 3000 Euro vorgesehen sind. Außerdem ist angedacht, dass ein Jugendvertreter an Vorbesprechungen teilnimmt und ein Sprecher die Vorstellungen des Jugendrates im Erwachsenengremium vorträgt. Als möglichen Termin für die angepeilte Briefwahl nennt Kappes den 14. bis 16. November. Wahlberechtigt sind rund 250 Jugendliche ab 14 Jahren - wählbar alle 16- bis 23-Jährigen. Wer sich der Wahl stellt, darf am Wahltag also noch keine 23 Jahre alt sein. Einem Ratsmitglied erscheint das zwar fast schon zu alt. Doch laut Jugendpfleger Guido Moll handelt sich um eine übliche Altersgrenze für solche Gremien. Gleiches gelte auch für den Namen "Jugendgemeinderat" für eine Jugend-Vertretung einer Ortsgemeinde. Laut Kappes wird die detaillierte Satzung demnächst konkret vereinbart.

Der Rat steht aber bereits heute geschlossen dahinter. Ein solches Gremium sei "gelebte Basis-Demokratie", stellt Ulrich Schneider fest, Fraktionssprecher der Bürgerliste Zeltingen-Rachtig: "Das kann nur zum Vorteil für alle Beteiligten sein." Schließlich könne die Gemeinde auf diese Weise fähige und gute Leute finden, die bereit seien, die politische Arbeit fortzusetzen.

Ebenso hält auch die CDU den gefassten Grundsatzbeschluss für elementar wichtig. Die Jugend erhalte so die Sicherheit, ein Parlament zu wählen, dass für ihre eigene Zukunft bedeutsam sei, sagt Oswin Schädler zur Begründung.

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