Jugend, Gott und die Welt

BERNKASTEL-WITTLICH. Ihr Alter: 16 bis 30 Jahre. Ihre Heimat: die Länder der Erde. Ihr Ziel: der Weltjugendtag in Köln – und fünf Tage im Dekanat Wittlich. Über 500 Menschen aus aller Welt werden im August im Kreisgebiet erwartet, 20 000 werden es im Bistum Trier sein.

Bis zu eine Million Menschen kommen nach Köln. Der neue Papst Benedikt XVI. wird dabei sein. Und über 500 Besucher, die zuvor fünf Tage im Kreisgebiet erleben. Denn ihnen bieten Familien, Pfarreien und das Großdekanat Wittlich vom 10. bis 15. August eine Herberge, bevor es zum 20. Weltjugendtag weiter nach Köln geht. Das kleine "Vorprogramm" steht. Aus Frankreich, Korea, Osteuropa und Ruanda werden sie kommen, um vor ihrem großen Ziel hier Gastfreundschaft, Gottesdienste und die Jugend vor Ort zu erleben. Übernachten werden sie bei Familien, auch Gasthäuser und Pensionen öffnen trotz Hochsaison kostenlos ihre Häuser. "Insgesamt werden 578 Gäste erwartet. 520 Plätze sind schon sicher", sagt Dechant Rudolf Halffmann. Es werden also noch Gastgeber gesucht. Die Sprache sollte kein Hindernis sein. "Das macht den Reiz der Begegnung aus, und unser gemeinsamer spiritueller Hintergrund ist eine Schiene, die die Verständigung auf einer anderen Ebene leichter macht", sagt Gregor Lauterbach. Er hat in der Vorbereitung gemeinsam mit Heike Feldges, Steffen Stutz und Armin Surkus-Anzenhofer das neue Großdekanat wieder auf die vier alten Dekanate aufgeteilt, um ein Angebot einerseits auf Dekanatsebene und andererseits in den Pfarreien aufzustellen. Im Dekanatsbüro in Wittlich zeugt eine Wand voller Zettel davon, wie viel zentrale Vorarbeit nötig war, um den Besuch organisatorisch "auf die Beine" zu stellen. Fünf Tage und über 500 Gäste, das bedeutet auch für eine Glaubensgemeinschaft logistische Planung. Im Detail heißt das: an alles denken, vom "Vater unser" in fünf Sprachen übersetzen bis zum Bustransport. Geplant sind beispielsweise ein gemeinsamer Tag in der Bistumsstadt Trier, eine Sternwallfahrt nach Klausen, ein Konzert in Wittlich plus in den jeweiligen Gemeinden Gottesdienste, soziale Projekte und touristische Angebote. Es wird Stadtführungen, Grillabende und Aktionen mit Pfadfindern geben, denn wenn schon die kirchliche Jugend der Welt kommt, soll auch die Jugend vor Ort den gemeinsamen Glauben miterleben. Nicht empfehlenswert: Reise "auf eigene Faust"

Um die Pfarreienteams zu unterstützen, wurde außerdem eine Broschüre mit Anregungen für die Begegnungstage erstellt. Wenn so viele Menschen aus aller Welt nach Köln reisen, wie viele Deutsche wird es an den Dom am Rhein ziehen? Aus dem Dekanat Wittlich selbst, das immerhin die früheren Dekanate Manderscheid, Klausen, Traben-Trarbach und Wittlich umfasst, haben sich erst 14 junge Menschen dazu fest entschlossen. Dabei sei die Idee, möglicherweise auf "eigene Faust" nach Köln zu fahren, angesichts der Mammutveranstaltung mit bis zu einer Million Menschen nicht empfehlenswert, sagen die Organisatoren und werben für das Glaubens-Großereignis. "Dass der Weltjugendtag in Deutschland ist, ist die Gelegenheit", sagt Armin Surkus-Anzenhofer, und Heike Feldges ergänzt: "Wir hoffen, dass es insgesamt noch einen Schub für die Kölner Zeit gibt. Dass die deutsche Jugend sich davon beeindrucken lässt, ist unser Wunsch."

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