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Jugendherberge Traben-Trarbach: Kein Geld für Sanierung

Tourismus : Jugendherberge: Kein Geld für Sanierung

Die früher beliebte Einrichtung in Traben-Trarbach ist nach wie vor geschlossen. Es fehlen die Mittel, um sie den neuen Brandschutzordnungen anzupassen.

Es war nicht nur für Traben-Trarbach eine Hiobsbotschaft, sondern auch für Bernkastel-Kues, als vor wenigen Monaten bekannt wurde, dass die Jugendherberge geschlossen werden muss. Schließlich ist die Jugendherberge in Bernkastel-Kues schon lange geschlossen, so dass viele Moseltouristen daraufhin in Traben-Trar­bach übernachtet haben.

Die Jugendherberge war immer gut frequentiert und beliebt – aber der Sanierungsstau und vor allen Dingen die neuen Vorschriften des Brandschutzes machten die Schließung notwendig.

Wie geht es nun weiter? Stadtbürgermeister Patrice Langer blickt zurück: „Es ist schade, dass es nicht weitergeht. Bislang hat sich nichts getan“. Er und weitere Kommunalpolitiker, darunter auch Landtagsabgeordnete, hatten sich für den Erhalt der Jugendherberge eingesetzt. Erschwerend kam natürlich auch die Corona-Situation mit abnehmenden Übernachtungszahlen hinzu, worauf damals schon das Deutsche Jugendherbergswerk verwies.

Langer verweist darauf, dass das Deutsche Jugendherbergswerk bei der Stadt um eine Bürgschaft für die Sanierung angefragt habe. Bis zu drei Millionen Euro standen im Raum, aber die Kommunalaufsicht lasse das in Anbetracht der angespannten Haushaltslage der Stadt nicht zu. Langer: „Ich sehe das Land in der Pflicht. Wir haben hier 28 000 Übernachtungen im Jahr mit steigender Tendenz gehabt.“

Jacob Geditz, Geschäftsführer beim Deutschen Jugendherbergswerk in Mainz bestätigt das auf TV-Nachfrage: „Wir wären auch mit einer niedrigeren Bürgschaft für die Sanierung froh gewesen. Das hätte den Prozess beschleunigen können. Aber es scheiterte an der Kommunalaufsicht. Der Wille ist nach wie vor vorhanden, die Jugendherberge weiter zu betreiben. Allerdings ist es aktuell wegen der Coronakrise schwierig, was zu machen.“

Geditz will das Frühjahr 2021 abwarten. Es sei momentan überhaupt nicht klar, wie es weitergehe und es herrsche auch viel Verwirrung über Reise- und Übernachtungsmöglichkeiten in Deutschland und Europa.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Bettina Brück hatte sich unter anderem für den Erhalt der Jugendherberge eingesetzt. Sie sagt: „Als Freizeit-, Begegnungs- und Lernorte sind Jugendherbergen ein unverzichtbarer Teil unserer Bildungslandschaft in Rheinland-Pfalz. Es ist daher sehr bedauerlich, dass die Jugendherberge Traben-Trarbach derzeit geschlossen ist.“

Brück verweist darauf, dass es schon vor der Corona-Pandemie zu einem erheblichen Sanierungsstau gekommen sei. Da eine Bürgschaft derzeit unzulässig sei, müsse es jetzt darum gehen, alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu prüfen.

Zudem verweist sie auf ein Rettungspaket des Landes über neun Millionen Euro für Jugendherbergen und Naturfreundehäuser. Brück: „Bisher sind landesweit rund 4,85 Millionen Euro an Überbrückungshilfen des Landes an rheinland-pfälzische Jugendherbergen geflossen.“