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Jugendherbergen spüren Schülerrückgang

Jugendherbergen spüren Schülerrückgang

Die Übernachtungszahlen in den beiden Jugendherbergen im Kreis Bernkastel-Wittlich, Traben-Trarbach und Manderscheid, sind leicht gesunken. Hauptursache sind die rückläufigen Schülerzahlen.

Manderscheid/Traben-Trarbach. Die Jugendherbergen im Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland vermelden für das vergangene Jahr knapp 9000 weniger Übernachtungen als in 2013. Von diesem Trend sind die beiden Jugendherbergen im Kreis nicht ausgenommen. Auch in Manderscheid und Traben-Trarbach sind die Übernachtungen rückläufig. Zählte Traben-Trarbach 2012 noch über 26 000 Übernachtungen, waren es 2014 nur noch gut 24 000. In Manderscheid ist der Abwärtstrend noch stärker: In den vergangenen zwei Jahren ist die Zimmerauslastung um über zehn Prozent gesunken. Knapp 16 000 Mal nächtigten Schüler und Urlauber in der vergangenen Saison im Haus in der Mosenbergstraße. 2012 waren es noch fast 19 000 Übernachtungen.
Mit 105 Betten gehört die Manderscheider Jugendherberge zu den kleineren im Landesverband. Der Landesdurchschnitt beträgt 135 Betten.
Bei der Zimmerauslastung liegen beide Jugendherbergen unter dem Landesdurchschnitt von 62,12 Prozent. Traben-Trarbach verzeichnete 50,37 Prozent, Manderscheid 47,42 Prozent. Kevin Deppe, Betriebsleiter in Haus in Traben-Trarbach, ist mit den Buchungszahlen nicht zufrieden: "Ich hätte gerne mehr", sagt er offen. Eine Erklärung für diese Entwicklung hat er nicht, denn er ist vom Konzept seines Hauses überzeugt. "Ich denke, es ist vor allem die Freundlichkeit unserer Mitarbeiter, die die Gäste zu uns zieht. Darauf lege ich sehr großen Wert", meint Deppe.
Sandra Becker, die 2013 die Betriebsleitung in Manderscheid übernommen hat, sieht die Entwicklung der Buchungszahlen nicht problematisch. "Solche Schwankungen sind völlig normal. Das ist nichts besorgniserregendes", meint sie. Neue Freizeitkonzepte seien in der Planung - zum Beispiel ein geologisches Programm, das sich in der Vulkaneifel besonders anbiete.
Unter der Woche sind vor allem Schulen in der Herberge zu Gast. Bedingt durch den demografischen Wandel finden allerdings immer weniger Schüler den Weg in die Jugendherbergen. Das gilt für alle Häuser. In Traben-Trarbach werden den Schülern verschiedene Programme angeboten. Dabei geht es meistens darum, den Teamgeist und das Gemeinschaftsgefühl zu fördern. Ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist der Adventure-Forest auf Mont-Royal. "Ein Besuch im Hochseilgarten ist bei jeder Klassenfahrt Pflicht", weiß Kevin Deppe. An Wochenenden wird die Jugendherberge überwiegend von Familien genutzt. "Wir haben Familienzimmer für vier Personen mit zwei Stockbetten", erklärt Deppe.
In der Hauptsaison sorgen 20 Mitarbeiter in Traben-Trarbach und 16 Mitarbeiter in Manderscheid für einen reibungslosen Ablauf. Die Betten verteilen sich in beiden Jugendherbergen auf Zwei-, Vier- und Sechsbett-Zimmer. In Traben-Trarbach stehen auch Achtbett-Zimmer zur Verfügung. Im Haus in Manderscheid, das im kommenden Jahr 90 Jahre alt wird, fand die letzte größere Modernisierung in den 1990er Jahren statt. Seitdem verfügt, wie in Traben-Trarbach, jedes Zimmer über Dusche und WC. Das ist in der gehobenen Kategorie IV üblich.