Jugendliche üben Dialog der Nationen

Jugendliche üben Dialog der Nationen

Ups - das steht für Unesco-Projektschule. Um diesen Titel zu tragen, müssen Schulen erst einmal nachweisen, dass sie die internationale Verständigung aktiv unterstützen. Die Realschule plus in Salmtal hat es geschafft und ist jetzt als 17. Bildungseinrichtung in Rheinland-Pfalz in das Netzwerk aufgenommen worden.


Salmtal. Schule soll nicht nur Wissen vermitteln. Im Idealfall werden dort auch Werte weitergegeben. An der Realschule plus in Salmtal wird versucht, den Schülern Toleranz, Gesprächskultur und umweltfreundliches Handeln zu vermitteln. Das ist jetzt mit der Urkunde zum Beitritt in das Netz der Unesco-Schulen bestätigt worden.
Was das heißt, stellen die Schüler selbst vor. Sie trommeln, sie singen, sie tanzen, und sie schauspielern. So zeigen sie zum Beispiel mit dem Austausch von Mützen und Schals, dass es sinnvoll ist, sich bis zu einem gewissen Grad anzupassen, aber nicht die eigene Identität dabei aufzugeben. In einer anderen Darstellung rufen sie dazu auf, sich nicht gegenseitig fertigzumachen, sondern miteinander zu arbeiten. Zuhören statt Konfrontation.
Schulleiterin Karin Sattler und Schulkoordinatorin Ramona Brabandt erklären, was hinter der Idee mit dem Unesco-Schul-Netzwerk steht. "Unesco ist ein echter Dialog der Nationen", sagt Sattler. Der Krieg beginne in den Köpfen der Menschen. Und auch der Friede beginne dort.
Schulelternsprecher Karl-Gustav Kwasny bringt die Schüler zum Lachen. "Ups", sagt er. Und klärt nach einer kleinen Kunstpause auf, dass er nicht etwa seinen Text vergessen hat, sondern dass es sich bei dieser Buchstabenkombination eben um die Abkürzung für Unesco-Projektschule handelt. Auch er umreißt noch einmal die Ziele des Projektes. Armut und Elend bekämpfen, Schutz der Umwelt, Nachhaltigkeit und eben internationale Verständigung. Und er versucht gleich vor Ort, ein praktisches Beispiel zu geben und die Menschen zum Helfen zu animieren. Kwasny fordert dazu auf, ein 50-Cent-Stück in die Hand zu nehmen und zu erwärmen. Beim Verlassen der Veranstaltung soll jeder diese 50 Cent in einen Korb geben und damit für Bangladesh spenden.
Die Urkunde wird überreicht von Anton Wyrobisch, dem ehemaligen Landeskoordinator Rheinland-Pfalz Unesco-Projektschulen. Er verweist auf das 60-jährige Bestehen der Unesco-Projektschulen. Ziel sei es, die Schüler auf die Herausforderungen der einen Welt vorzubereiten: für eine Kultur des Friedens, die Durchsetzung der Menschenrechte, die Bekämpfung der Armut und des Elends, die Förderung der Bildung und den Schutz der Umwelt. nojExtra

Zu den Aktivitäten an der Realschule plus in Salmtal im Sinne der Unesco-Projekt-Schulen gehören die Demokratieerziehung mit Kontakten zu anderen Schulen, mit der Ausbildung von Streitschlichtern und mit politischer Bildung ab der neunten Klasse, interkulturelles Lernen, Umwelterziehung, globales Lernen unter anderem durch Austausch mit einer palästinensischen Partnerschule sowie die Unesco-Welterbe-Erziehung. An der Realschule plus in Salmtal lernen etwa 350 Schüler in den Klassenstufen 7 bis 10. nojExtra

Sicher wisst ihr, dass es an vielen Stellen in der Welt Krieg gibt. Und das bringt immer viel Leid zu den Menschen. Aber es gibt auch Organisationen, die versuchen, Kriege zu verhindern. Die Unesco ist zum Beispiel so eine Vereinigung. Sie versucht, Länder zusammenzubringen. Zum Beispiel bei Schulen oder in der Wissenschaft. Bei der Kultur hilft die Unesco, die Besonderheiten der einzelnen Länder zu bewahren. Wenn die Menschen aus verschiedenen Nationen gut zusammenarbeiten und viel voneinander lernen, dann freunden sie sich an. Und führen keinen Krieg gegeneinander. noj