Jugendwehr will Deutscher Meister werden

Jugendwehr will Deutscher Meister werden

MÜLHEIM. Die Mülheimer Jugendwehr will hoch hinaus. Seit einigen Wochen trainieren die jungen Wehrleute für die Deutsche Meisterschaft in Thüringen.

Sicher, ein klein wenig Glück war auch dabei. Hätte nicht eine vor ihnen platzierte Mannschaft kurzfristig einen Rückzieher gemacht, wäre die Jugendwehr Mülheim nicht für diese nachgerückt. Dennoch kann dieser Zufall die Leistung nicht schmälern, als eine von nur zwei Mannschaften aus Rheinland-Pfalz bei den Deutschen Meisterschaften der Jugendwehren zu sein. In der Zeit vom 1. bis 3. September werden die Teams aus Mülheim und Steinefrenz im Westerwald daher in Thüringen um den Sieg ringen. Bei dem Wettbewerb der Jugendfeuerwehren geht es allerdings noch um mehr als den Titel Deutscher Meister. Die beiden bestplatzierten Bundessieger dürfen sich nämlich später auch auf europäischer Ebene messen. Jugendwartin Susanne Scholl ist entsprechend stolz auf den insgesamt 23 Mitglieder zählenden Mülheimer Nachwuchs. Immerhin sei es beachtlich genug, "allein schon mal so weit zu kommen." Die Qualifizierung auf Landesebene für diesen Wettkampf, an dem alle Bundesländer teilnehmen, liege bereits zwei Jahre zurück. Dennoch hat die Begeisterung der Wettkampf-Auswahl im Alter von zwölf bis 16 Jahren bisher offensichtlich nicht nachgelassen. Nach Aussage ihrer Betreuerin lässt das Team es jedenfalls nicht an Fleiß fehlen. Statt der ansonsten im zweiwöchigen Rhythmus üblichen Übungen werde derzeit unter der Obhut von sechs Betreuern zwei- bis dreimal die Woche trainiert. Für die hoffnungsvollen Nachwuchs-Feuerwehrleute heißt das, sämtliche Schläuche und Verteiler immer wieder auszupacken, anzuschließen und nach dem Bemühungen um Bestleistungen wieder alles zusammenzuräumen und säuberlich im Auto zu verstauen. Für das Training sogar auf das Weinfest verzichtet

Was die Schüler aber selbst an den heißesten Tagen nicht zum Schwänzen verleitet hat. Dabei seien doch eigentlich Ferien, rechnet Susanne Scholl ihnen hoch an. Denn an und für sich sei dies auch für Jugendwehren die Zeit der übungsfreien Wochen. "Man merkt schon, dass sie sich da drauf freuen", kommentiert die Stellvertretende Kreisjugendwartin den Eifer ihrer Schützlinge. Sie verzichteten ja sogar aufs Bernkasteler Weinfest, sagt sie zu dem für die Mülheimer absolut ungünstigen Termin der Deutschen Meisterschaften.