Jugendzentrum: Neue Räume im Gespräch

Aus Kostengründen wird nach räumlichen Alternativen für das in Bernkastel-Kues geplante Jugendkulturzentrum gesucht. Das ursprünglich ins Auge gefasste Postgebäude ist aber für viele Beteiligte weiter der Wunschstandort.

 Als neuer Standort für ein Jugendkulturzentrum im Gespräch: der linke Teil des alten Bundesbahnhofs im Stadtteil Kues. TV-Foto: Clemens Beckmann

Als neuer Standort für ein Jugendkulturzentrum im Gespräch: der linke Teil des alten Bundesbahnhofs im Stadtteil Kues. TV-Foto: Clemens Beckmann

Bernkastel-Kues. Erst fanden sich in Bernkastel-Kues jahrelang keine Räumlichkeiten für ein Haus der Jugend, derzeit sind sogar mehrere im Gespräch. Damit ist aber keineswegs schon Erfolg garantiert. Wie berichtet, standen einige Wochen lang leerstehende Räume im Postgebäude im Stadtteil Kues hoch im Kurs. Dort wäre Platz für ein Kulturzentrum mit einem großen offenen Bereich, Probe- und Veranstaltungsräumen und anderem mehr.

Der Arbeitskreis, der sich seit Jahresbeginn mit der Thematik beschäftigt, hat ein Konzept erstellt. Anfangs könne mit einer pädagogischen Vollzeitkraft gearbeitet werden. Die Kosten (Personal, Miete, Sachkosten etc.) würden sich dann auf etwa 112 000 Euro belaufen. Der Stadtrat hat dafür seine grundsätzliche Zustimmung gegeben. Bedingung: Die VG beteiligt sich an den Kosten.

Von dort kam aber vergangene Woche die Forderung, aus Kostengründen nach Alternativen zu suchen (der TV berichtete). Ulf Hangert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, brachte nun den alten Bundesbahnhof in Kues und Räume in der Hauptschule ins Gespräch. Im Untergeschoss der Schule könnten, so Hangert, Proberäume für Bands entstehen. Den alten Bahnhof, der sich in Stadteigentum befindet, sieht er als mögliche Alternative für die eigentliche Jugendarbeit. Ihm schwebt auch vor, dass getestet wird, ob das Angebot angenommen wird. Deshalb solle erst einmal Guido Moll, Jugendpfleger der VG, die Fäden ziehen und die Leitung übernehmen.

Nutzen und Kosten werden kalkuliert



Das vom Arbeitskreis erstellte Konzept mit anfangs einer hauptamtlich tätigen pädagogischen Kraft sei schon das Minimalkonzept, sagt Sven Eisenkrämer, Vorsitzender des Jugendparlaments der VG. Moll könne das nicht leisten. Im alten Bahnhof sei zudem nach derzeitigem Stand nur das kleine Erdgeschoss zu nutzen. Die anderen Stockwerke sieht er außen vor, weil sie nicht barrierefrei erreichbar seien.

Stadtbeigeordnete Karin Fass, die Vorsitzende des Arbeitskreises, sieht es genauso. "Aber wir werden bis zum 7. Juni eine Nutzen- und Kostenkalkulation erstellen", sagt sie. An diesem Tag sollen sich die Hauptausschüsse von Stadt und VG sowie der Ausschuss für Jugend und Soziales die drei Gebäude anschauen. Die Räume in der Hauptschule sieht Fass grundsätzlich als geeignet für die Zwecke von Bands an.

Insgesamt halte der Arbeitskreis - er besteht aus Mitgliedern der Stadtratsfraktionen und Jugendvertretern - an dem Konzept und an dem Standort im Postgebäude fest.

"Wenn wir das richtig machen wollen, geht das nur dort", sagt Arbeitskreismitglied Lothar Marmann. "Das ist eine einmalige Chance. Natürlich kostet das Geld, aber zum Nulltarif geht es nicht." Marmann, im Zivilberuf Polizist, der viel mit Jugendlichen zu tun hat, hatte in der Stadtratssitzung, bei der die Grundsatzentscheidung für ein Kulturzentrum fiel, vor reinen Absichtserklärungen gewarnt. Er tat dies mit Blick darauf, dass in der gleichen Sitzung entschieden wurde, die neue Kueser Akademie für Europäische Geistesgeschichte mit jährlich 50 000 Euro zu unterstützen. Dies dürfe aber nicht zulasten der Jugend geschehen, hatte Marmann gesagt.

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