1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Junge, alte Aktien-Hasen mit langem Atem

Junge, alte Aktien-Hasen mit langem Atem

Seit Jahren zählt das Cusanus-Gymnasium Wittlich zu den erfolgreichsten Teilnehmern am "Planspiel Börse" der Sparkassen, stellte 2010 sogar den Landessieger. Derzeit nehmen neun Spielgruppen der Schule teil - und liegen ebenfalls wieder weit vorne.

Wittlich. Benjamin Klinghart ist schon ein alter Hase im Aktiengeschäft - und das, obwohl er noch zur Schule geht, ist. Zum vierten Mal nimmt der Schüler der 13. Klasse des Cusanus-Gymnasiums Wittlich schon am "Planspiel Börse" teil - und in den vergangenen Jahren waren seine Spielgruppen auch außerordentlich erfolgreich. 2010 gewannen sie nicht nur die Regionalwertung im Geschäftsbereich der Sparkasse Mittelmosel - EMH, sondern wurden auch Landessieger in Rheinland-Pfalz, im Vorjahr wurden sie beste Spielgruppe im Bezirk und Dritter in der Landeswertung. Das Geheimnis des Erfolgs für Benjamin Klinghart: "Vielleicht befassen wir uns intensiver mit der Thematik als andere Spielgruppen."
In diesem Jahr ist er Teil der "Finanzchecker" - und bis vor einigen Tagen lief es für ihr Depot richtig gut, sie waren auf Regional- und Landesebene weit vorne. "Doch dann sackte die Commerzbank-Aktie ab und brachte uns einen Verlust von über 2000 Euro", berichtet Klinghart. Wie allen Spielgruppen waren die "Finanzchecker" am 1. Oktober mit einem virtuellen Kapital von 50 000 Euro gestartet - und noch bis 11. Dezember haben Benjamin Klinghart & Co. Zeit, ihr Depot umzuschichten oder auf steigende Kurse zu warten.
"Im Vorjahr habe ich mich jeden Tag mindestens eine halbe Stunde mit den Aktienmärkten befasst, dieses Jahr ist es weniger, die Abitur-Vorbereitungen haben klar Vorrang", sagt der Jung-Aktienhändler, der sich auch nach seinem Schulabschluss - unter anderem mit Leistungskurs Sozialkunde - im Studium mit Geld und Finanzen befassen will.
Diese beruflichen Ziele verfolgen Carolin Kohl und Ksenia Spirin (noch) nicht. Die beiden Zehntklässlerinnen des Cusanus-Gymnasiums nehmen zum zweiten Mal am "Planspiel Börse" teil - und liegen mit ihren "Incredibles" sogar noch vor den "Finanzcheckern". Ihre Strategie ist einfach: "Wir haben uns vor dem Start sehr intensiv mit allen potenziellen Kandidaten für unser Depot befasst, uns dann auf zehn Aktien geeinigt, gekauft - und danach nichts mehr an unserem Depotinhalt geändert", berichtet Carolin Kohl, die auf die Kostolanyi-Strategie des Abwartens setzt. "Wir schauen zwar jeden Tag ins Ranking, wo wir stehen, aber wir haben nicht vor, noch zu kaufen oder zu verkaufen", sagt Spirin. Mit einem hauchdünnen Rückstand auf die "Olympicans" (ebenfalls vom Cusanus-Gymnasium) sind sie derzeit Zweiter in der Regionalwertung der Börsensimulation, die europaweit von den Sparkassen zum 30. Mal angeboten wird.
Insgesamt neun Spielgruppen vom Cusanus-Gymnasium handeln mit. Betreuender Lehrer ist Timo Schönecker. "Wir behandeln das Thema Wirtschaft natürlich im Sozialkunde-Unterricht der neunten und elften Klasse, aber nicht explizit das Handeln mit Aktien. Da zeigen die Schüler eine große Eigeninitiative - und die Erfolge der Vorjahre stacheln natürlich an", sagt der Lehrer. Und Benjamin Klinghart ist das beste Beispiel, dass man sich mit den Preisgeldern einiges leisten kann: "Wir haben unsere Gewinnsumme aus dem Vorjahr fair je nach Arbeit aufgeteilt - und ich habe mir von meinem Teil ein i-Pad gekauft."