Junge Fahrer leben am gefährlichsten

Junge Fahrer leben am gefährlichsten

ZELL/TRABEN-TRARBACH. (red) Ähnlich wie auf Landesebene ist die Zahl der registrierten Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Zell im vergangenen Jahr leicht angestiegen. Nach der positiven Entwicklung im Jahr 2004 (877 Unfälle) hat sich die Zahl der Verkehrsunfälle im Jahre 2005 um 11 Unfälle (1,25 Prozent) auf 888 erhöht.

Bei 129 Verkehrsunfällen mit Personenschaden wurden im Jahr 2005 56 Personen schwer und 116 Personen leicht verletzt. Erfreulich ist dabei, dass kein Mensch ums Leben kam (im Vorjahr waren es noch drei Personen). Bedauerlicherweise ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden gegenüber dem Vorjahr (108 Unfälle) um 21 Unfälle (19,4 Prozent) gestiegen. Die Zahl der schwer verletzten Personen ist gegenüber dem Vorjahr (47 Personen) um 9 Personen (19,1 Prozent) gestiegen und die Zahl der leicht verletzten Personen um 17 Personen (17,2 Prozent) von 99 Personen im Vorjahr. Junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 sind noch immer - bezogen auf ihren Bevölkerungsanteil - überproportional am Unfallgeschehen beteiligt. Sehr häufig kommt diese Gruppe auch als Hauptunfallverursacher in Betracht. Im Jahr 2004 waren 216 junge Fahrer an Verkehrsunfällen beteiligt, dabei war bei 35 Unfällen Personenschaden zu beklagen, im Jahr 2005 waren 214 junge Fahrer an Unfällen beteiligt, wobei die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden mit 35 Unfällen gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben ist. Die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkholeinfluss ist von 18 Unfällen im Jahr 2004 auf 38 Verkehrsunfälle im Jahr 2005 deutlich angestiegen. Unter Drogeneinfluss verunglückten zwei Verkehrsteilnehmer, genau so viele wie im Jahr zuvor.26 Alkoholfahrten wurden verhindert

Die Kontrollen wurden deshalb verstärkt, und es wurden ohne Unfallzusammenhang 26 Blutproben wegen des Verdachts auf er absolute Fahruntüchtigkeit angeordnet. Wegen des Verdachts auf relative Fahruntüchtigkeit wurden 14 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Im Rahmen der Präventionsstreifen konnten die Beamten in 26 Fällen verhindern, dass sich alkoholisierte Fahrer ans Steuer setzen konnten. In 13 Fällen erfolgte die Anordnung einer Blutprobe wegen des Verdachts auf Drogenmissbrauch im Zusammenhang "mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges", heißt es in der Statistik. In diesen Fällen wurde auch die Führerscheinstelle verständigt, die über die Eignung zur Führung eines Kraftfahrzeuges entscheiden muss. Die Mitteilungspflicht der Polizei an die Fahrerlaubnisbehörde bei Drogenkonsum bezieht sich jedoch nicht nur auf Fahrerlaubnisbesitzer, sondern auch auf jugendliche Mitfahrer, die noch keine Fahrerlaubnis besitzen. Möglicherweise haben sie Schwierigkeiten, wenn sie den Führerschein machen wollen. In fast 15 Prozent der Verkehrsunfälle entfernte sich einer der Beteiligten unerlaubt von der Unfallstelle. Während im Jahr 2004 noch 158 Unfallbeteiligte flüchteten, ging die Zahl im Jahr 2005 auf 133 (15,8 Prozent) zurück. Erfreulich ist die Tatsache, dass 48,1 Prozent, also fast jeder zweite aller Unfallfluchtfälle im Dienstbezirk der Polizeiinspektion Zell, aufgeklärt wurden.Verstärkte Kontrollen angekündigt

Nach einem erfreulichen Rückgang im vergangenen Jahr hat die Zahl der Verkehrsunfälle mit Zweirädern im Jahr 2005 wieder zugenommen. Während sich im Jahr 2004 26 Unfälle mit Beteiligung eines Zweirades ereigneten, wobei 30 Personen verletzt wurden, waren es im Jahr 2005 40 Unfälle mit 44 Verletzten. In der Unfallkommission, die sich aus Vertretern des Landesbetriebs Straße, der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei zusammensetzt, werden die Unfälle analysiert und mögliche Entschärfungen abgestimmt. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Zell wurden drei Unfallhäufungsstellen festgestellt, zwei befinden sich im Zeller Berg (B 421) und eine im Bereich der Kreisstraße 56 (alte Barl-Auffahrt). Dort, wo sich die Unfälle häufen, wird verstärkt kontrolliert. Zur Bekämpfung der Hauptunfallursache Geschwindigkeit wurden im Jahr 2005 205 Anzeigen erstattet und 1118 Verwarnungen erteilt. Aber auch die Kontrollen zur Verhinderung von Fahrten unter Alkoholeinfluss werden deutlich verstärkt werden, um den bereits Ende des vergangenen Jahres festzustellenden Rückgang der Unfallzahlen positiv zu beeinflussen. Das kündigt die Polizei an.

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