Junge Ideen für die Stadt
15 Jugendliche, die sich einschalten in die Stadtpolitik: als beratende Stimme, Ideengeber, Stellvertreter für den Wittlicher Nachwuchs. Das soll ein Jugendparlament möglich machen, für das der Wittlicher Stadtrat auf SPD-Antrag die Weichen gestellt hat. Die Wahl soll im Frühjahr 2010 sein.
Wittlich. Wie es in Wittlich in Zukunft weitergeht, dafür stellt unter anderem der Wittlicher Stadtrat die Weichen mit seinen Beschlüssen.
Die Zukunft der Stadt, das sind auch all die, die jetzt noch jung sind, zum Teil zu jung, um selbst Kommunalpolitik betreiben zu können. Oder sie wollen es nicht in den Strukturen derselben vom Stadtrat über die Ausschüsse bis zu den jeweiligen Parteiorganisationen.
Doch dazu gibt es eine Alternative: das sogenannte Jugendparlament (Jupa). Auf Antrag der SPD getragen vom gesamten Stadtrat soll in Wittlich im kommenden Jahr ein solches Forum für Jugendliche, die Einfluss ausüben wollen, entstehen.
Es soll 15 Mitglieder im Alter von 14 bis 21 Jahren haben, die je für drei Jahre in das Parlament gewählt werden und in dieser Zeit bis zu 24 Jahre alt werden dürfen. Im Frühjahr 2010 soll der Startschuss fallen: Das formelle Vorspiel dazu hat der Stadtrat mit dem Beschluss einer Satzung nun beendet.
Darin heißt es: "Das Jugendparlament vertritt die Belange der jugendlichen Einwohnerinnen und Einwohner durch Beratung, Anregung und Unterstützung der Organe der Stadt Wittlich.
Es soll Kinder und Jugendliche mit demokratischen Entscheidungsstrukturen vertraut machen und ihr Interesse an kommunaler Aufgabenstellung fördern." Dabei soll das Jupa auch über alles informiert werden, was an städtischen Vorhaben die Jupa-Altersgruppe betrifft. Jährlich 1500 Euro stehen dem Jupa zur Verfügung.
Stimme für Belange von jungen Menschen
Für die SPD, die das Projekt im Dezember 2008 per Antrag angestoßen hat, sagte Joachim Gerke: "Ich vermute, dass sich die Jugendlichen weniger für den Fürstenhof, die Schlossgalerie oder das neue Verwaltungsgebäude interessieren. Es wird andere Themen geben."
Der Stadtrat gebe damit auch "ein Stück Macht ab", und die Ratsmitglieder sollten durch ihre Anwesenheit dem künftigen neuen Gremium Respekt zeigen und zollen. Rudolf Bollonia (Grüne) empfahl dagegen dem Stadtrat: "Zurückhaltung gerade in den ersten Sitzungen wäre nicht schlecht." Nur bleibe die Frage: Wie bringt man eigentlich die Jugendlichen dazu, sich zur Wahl zu stellen, ein Jugendparlament zu gründen und mit Leben zu erfüllen?
Adelheid Wax (Grüne) sagte: "Ich denke, es ist gar nicht so einfach, Jugendliche dafür zu begeistern. Es ist zu überlegen, ob wir nicht eine Art Stadtratsparty machen sollten."
Von den jüngeren Stadtratsmitgliedern äußerte sich keines zum Thema.
Jugendparlamente gibt es beispielsweise in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, der Einheitsgemeinde Morbach und in Zeltingen-Rachtig.