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Junge Männer und Frauen im Kampf gegen Unterdrückung

Junge Männer und Frauen im Kampf gegen Unterdrückung

Das Projekt "Heroes" aus Köln will Menschen mit Migrationshintergrund dabei unterstützen, gegen Unterdrückung Stellung zu beziehen. "Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre" lautete ihre Veranstaltung im Haus der Jugend vor 120 Schülern der Clara-Viebig-Realschule Wittlich.

Wittlich. Sonja Fatma Bläser ist die Initiatorin des Vereins Hennamond und Projektleiterin von "Heroes" Köln. Die Gruppe engagiert sich für eine Gesellschaft, in der ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Frauen und Männern existiert, unabhängig von Geschlecht und kulturellem Hintergrund. Bläser schilderte im Rahmen der Eifel-Kulturtage vor Wittlicher Schülern ihre eigene Vergangenheit, die von Gewalt, Unterdrückung, Fremdbestimmung und Zwangsheirat geprägt war.
Die anwesenden Schüler, die 15 Nationalitäten entstammen, folgten gespannt ihren beklemmenden Ausführungen. Erst eine Flucht ermöglichte es Sonja Fatma Bläser, ein neues Leben zu beginnen. Zum Heroes-Team gehören auch männliche Jugendliche aus so genannten "Ehrenkulturen", die gemeinsam mit den Schülern Begriffe wie Gleichberechtigung, und Ehre hinterfragten. Die Mitglieder erhalten ein Training, lernen neue Verhaltensweisen unter anderem durch Rollenspiele.
Sie sollen neue "Vorbilder" - Heroes - eben werden. Ziel des Projektes ist es, Menschen mit Migrationshintergrund zu motivieren, gegen Unterdrückung Stellung zu beziehen und die Möglichkeiten von Gleichberechtigung, insbesondere zwischen moslemischen Mädchen und Jungen, im Alltag zu reflektieren. Die jungen Männer Alpa, Ali Cem, Jaouad und Rick berichteten über ihre eigenen Erfahrungen mit Unterdrückung, Kontrolle, Unfreiheit, die sie zum Teil selbst in der Vergangenheit gegenüber weiblichen Verwandten ausübten und wie sie den Weg zu dem Projekt fanden.
Ein Filmbeitrag erhellte einen anderen Aspekt. Es wurde darin deutlich, dass nicht nur Mädchen und Frauen von Zwangsheirat betroffen sind, sondern auch Männer. Weigern sie sich, dann beschmutzen auch sie die Ehre der Familie. Eine fesselnde Veranstaltung mit Nachwirkung: Auf der Rückfahrt nach Köln, wurde Bläser von 25 Schülern angerufen, die um Rat fragten oder sich bedanken wollten. red