Junge Weine in alten Gemäuern

Die Kinheimer Jungwinzer präsentieren am Samstag, 15. Mai, 16 bis 21 Uhr, im Echternacher Hof in Kinheim edle Gewächse des Jahrgangs 2009. Viele Jahrhunderte diente der Echternacher Hof als Winzerhof und Dependance der Benediktiner-Abtei Echternach.

Kinheim. (red/sim) Der Echternacher Hof in Kinheim diente der Benediktiner-Abtei im luxemburgischen Echternach in der Zeit vor der Säkularisation zur Bewirtschaftung ihrer Weinberge in Kinheim und zum Einziehen des Zehnten. Das vom heiligen Willibrord gegründete Kloster war mindestens seit dem achten Jahrhundert im Besitz von Weinbergen im ehemaligen Kröver Reich. Darüber hinaus gehörte ihm die Pfarrei Kröv. Echternacher Weinbergsbesitz in Kinheim wird erstmals im Jahr 1148 ausdrücklich erwähnt, als Papst Eugen III. diesen urkundlich bestätigte. Das Kloster war im Kröver Reich mit Abstand der größte Grundbesitzer. Laut einer Aufstellung von 1646 lagen die Einkünfte des Kinheimer Hofs bei 23 Fudern Wein pro Jahr.

Die Abtei ließ ihren Besitz durch Verwalter, die sogenannten Hofmänner, bewirtschaften. Das Echternacher Hofmannsamt war in der Feudalzeit eine der angesehensten Stellungen in Kinheim. Erster bekannter Echternacher Hofmann ist Gotthard Trossen, dem gemeinsam mit seiner Frau Anne am 18. Juni 1566 von Abt Antonius Hovaeus ein lebenslanger Pachtvertrag ausgestellt wurde. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Clemens Trossen, dem am 26. Dezember 1612 von Abt Peter von Bourchard ein lebenslanger Pachtvertrag erteilt wurde. Später ging das Hofmannsamt für vier Generationen auf die Familie Comes über, bis Catharina Binsfeldt, die Witwe von Johann Adam Comes, am 25. Juni 1795 Philipp Neidhöfer heiratete, der dadurch Echternacher Hofmann wurde. Er steigerte im Zuge der Säkularisation am 3. November 1803 das Hofgut für 3825 Francs. Seine Nachkommen besitzen noch heute einen Teil des Echternacher Hofs.

Das Hofgut wurde anscheinend ursprünglich auf gemeindeeigenem Boden errichtet, denn zunächst zahlte die Abtei Echternach an die Gemeinde einen "erblichen Zins" von 26 Schillingen, bis sie sich 1326 davon loskaufte. Die heutigen Gutsgebäude wurden im Jahr 1774 unter Abt Michael Hormann erbaut. Sein Wappen findet sich über dem mächtigen Portal des Kelterhauses, das noch das riesige, nagelbeschlagene Tor aus der Erbauungszeit trägt. Die Hofgebäude bestehen aus dem zweigeschossigen Hofhaus, an dessen linker Seite sich das Kelterhaus und an dessen rechter Seite sich eine Scheune befindet. Südlich des Kelterhauses schließt sich das ehemalige Herbstgebäude als Seitenflügel an. Südlich der Scheune entlang der Echternacher Straße befindet sich ein weiteres Wohnhaus. Das Haupthaus umschließt mit den beiden Seitenflügeln und dem Wirtschaftsgebäude an der Moselweinstraße einen großen Hof. Den Zugang zum Hof erhält man über ein Rundbogentor in der eingeschossigen Hofeinfriedung.

Extra Jungweinpräsentation: Die Weingüter Pichterhof Nico Kaufmann, Jakoby-Mathy, Manfred Ames, Schneider-Faber, Alex Rieth-Dambly, Rudolf Trossen, Andreas Roth, Zens-Pohl, Benedikt Kiebel und Bernd Trossen präsentieren am Samstag, 15. Mai, 16 bis 21 Uhr, im Echternacher Hof in Kinheim Rieslingwein des Jahrgangs 2009. Karten zu 12 Euro an der Tageskasse.