1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Junger Mann lässt Wut an zwei Polizisten aus

Junger Mann lässt Wut an zwei Polizisten aus

Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung: Das Amtsgericht Wittlich hat einen jungen Mann zu einer Bewährungs- und Geldstrafe verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.

Wittlich. Ein Beziehungsdrama, und ein junger Mann, der seine Aggressionen nicht im Griff hat. Die hat der 23-Jährige ausgerechnet an zwei Polizisten ausgelassen. Gestern ist der Fall vor dem Amtsgericht in Wittlich verhandelt worden. Das letzte Wort des Angeklagten, bevor der Richter das Urteil verkündet: "Das war ziemlich dumm von mir."
Eigentlich lautete die Anklage auf Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie auf Nötigung und Bedrohung - gegenüber seiner damaligen Freundin. Der Angeklagte hatte Glück: Weil der Aufenthaltsort der Frau nicht bekannt war und sie als Zeugin nicht geladen werden konnte, blieb der Staatsanwaltschaft nichts anderes übrig, als die letzten beiden Verfahren einzustellen.
Der junge Mann soll sie an einem Tag im April dieses Jahres mit dem Auto verfolgt und ihr am Handy gedroht haben, sie umzubringen. Die Frau fuhr zur Wittlicher Polizei und erstattete Anzeige. Auch dahin folgte er ihr und wartete - bis zwei Polizisten auftauchten. Und dann geschah, was der Angeklagte in vollem Umfang vor Gericht auch einräumte: Der 23-Jährige weigerte sich, den Beamten seinen Ausweis zu zeigen, auszusteigen, mit ihnen auf die Wache zu kommen. Als einer der Beamten durch das geöffnete Fenster ins Innere des Wagens griff, um die Tür zu entriegeln, kam es zum Gerangel: Der Angeklagte verdrehte ihm das Handgelenk, der andere Polizist setzte Pfefferspray ein. Ein Polizist erlitt dabei eine Prellung am Daumen.Sicherung durchgebrannt


Sein Verteidiger Pierre Wolff sagte: "Die Beziehung hat nicht funktioniert, da ist ihm eine Sicherung durchgebrannt." Genau damit hatte der Angeklagte aber wohl häufiger ein Problem: Vor etwa sechs Jahren wurde er das erste Mal wegen Körperverletzung auffällig, später verstieß er gegen das Waffengesetz, zuletzt war er 2010 unter Jugendarrest, weil er auf der Kirmes in Bernkastel-Kues in eine Schlägerei verwickelt gewesen war.
Staatsanwalt Thomas Grawemeyer forderte eine Freiheitsstrafe von acht Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, und eine Geldbuße von 900 Euro; Verteidiger Wolff eine sechsmonatige Bewährungsstrafe. Er bat den Richter, von weiteren Auflagen abzusehen. Dieser entschied sich für den Mittelweg: Sechs Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, deren Dauer drei Jahre beträgt. Dazu 900 Euro Geldbuße.
Richter Hermann-Josef Weber stellt dem jungen Mann für das erste Jahr einen Bewährungshelfer zur Seite. "Mit ihm sollten und müssen Sie an ihrem Aggressionsproblem arbeiten." Die Geldbuße kann er in Raten abbezahlen. "Das wird sie jeden Monat daran erinnern, dass sie hier unter Bewährung stehen", sagte Richter Weber. "Denn sollten Sie erneut Straftaten begehen oder die Auflagen nicht befolgen, und sollte es zu einer neuen Verurteilung kommen, dann schließen sich die Tore der Justizvollzugsanstalt hinter ihnen," so der Richter weiter.