Junggeselle wird zum Nikolaus

In vielen Orten ist es Tradition, dass am Abend des 5. Dezember der Nikolaus zu den Kindern kommt. In vielen Fällen sind es Verwandte, Mitglieder aus Jugendgruppen oder einfach erwachsene Männer aus dem Dorf. In Eckfeld sind es die Junggesellen.

Eckfeld. Seit einigen Jahren ist es in Eckfeld schon Tradition, dass zwei Männer der Junggesellengruppe als Nikolaus und Knecht Ruprecht mit Geschenken und Ruten durchs Dorf ziehen. Der TV hat mit zwei Nikolaus- und Knecht-Ruprecht-Darstellern gesprochen.

Seit wann gehen die Junggesellen als Nikolaus und Knecht Ruprecht durchs Dorf?
Philipp Stolz: Unser jetziger Bürgermeister hat das wieder eingeführt. Davor sind die Schüler aus dem letzten Schuljahrgang gegangen. Aber davor war es auch schon die Junggesellengruppe.
Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um Nikolaus oder "Schwarzer" zu werden?
Julian Stolz: Die einzige Bedingung ist, dass man 18 Jahre alt ist. Ansonsten kann man an der Jahreshauptversammlung sagen, dass man es in diesem Jahr machen will. Einige machen es mehrere Jahre, andere nur ein Jahr, wieder andere möchten das gar nicht.

Warum machen die Junggesellen das überhaupt?
Tobias Schmitz: Weil wir wollen, dass die Tradition hier im Ort erhalten bleibt. Und wir Junggesellen nehmen die Aufgabe sehr ernst. Deshalb machen wir das.

Was bedeutet den Kindern heute der Nikolaus?
Julian Stolz: Sehr viel, für die Kinder ist das immer sehr aufregend, weil er zu ihnen ins Haus kommt, mit ihnen spricht und weiß was sie das ganze Jahr so gemacht haben.
Wie läuft das ab, wenn sie in ein Haus kommen?
Gabriel Goeden: Die Eltern geben uns einen Zettel, den wir in unser großes goldenes Buch legen, auf dem steht was wir sagen sollen. Manchmal gibt es aber auch keinen Zettel, dann improvisieren wir. Die Kinder spielen auch manchmal Flöte, sagen ein Gedicht oder haben uns ein Bild gemalt. Dann gibt es Geschenke und bei einigen eine Rute dazu. Meist bekommen sie einen Süßigkeitenteller und ein Geschenk. Nur in Ausnahmefällen sind es büttenweise Geschenke.

Wie viele Kinder besuchen sie? Was kriegen sie für den Besuch?
Tobias Schmitz: 20 bis 25 Kinder sind es. Wir fangen meist zwischen 16 und 16.30 Uhr an. Wir bekommen eine kleine finanzielle Anerkennung, von der ein Teil gespendet wird, für das Haus Anton in Plein beispielsweise. Und der Schwarze und der Nikolaus bekommen etwas davon. Seltener kriegen wir ein Bier angeboten, aber das lehnen wir ab. Die Kinder sollen ja keinen betrunkenen Schwarzen oder Nikolaus sehen.

Sind sie schon einmal, trotz Kostüm, erkannt worden?
Philipp Stolz: Ja, ich wurde schon mal erkannt. Da hat das Kind am nächsten Tag gesagt: "Du warst gestern Abend doch der Schwarze".
Tobias Schmitz: Ein Kind sagte auf einmal: "Du bist doch der Tobias!" Da habe ich ganz arg gegrummelt, den Kopf geschüttelt und mit der Kette gerüttelt. Weil sagen durfte ich ja als Schwarzer nichts.

Welche Erinnerungen haben sie selbst an den Nikolaus?
Gabriel Goeden: Ich weiß noch, meine Schwester bekam einmal eine Rute geschenkt, da war sie so sauer, dass sie sie beim Nachbarn in den Garten gesteckt hat.

Die Fragen stellte TV-Mitarbeiterin Christina Bents.