Jutta Blatzheim-Roegler: Kämpfen für Rot-Grün

Jutta Blatzheim-Roegler: Kämpfen für Rot-Grün

Jutta Blatzheim-Roegler aus Bernkastel-Kues/Andel ist erneut die Direktkandidatin der Grünen im Wahlkreis 23. Der Wahlkreis umfasst die Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Thalfang, Kirchberg und die Einheitsgemeinde Morbach.

Bernkastel-Kues. Was für ein Wahlergebnis: Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren kamen die Grünen landesweit auf 15,4 Prozent, im Wahlkreis 23 waren es 12,9 Prozent. Dieses Ergebnis zu wiederholen, das weiß Jutta Blatzheim-Roegler, scheint derzeit unmöglich. Damals ereignete sich zwei Wochen vor der Wahl die Nuklearkatastrophe von Fukushima, was den Grünen ein paar Prozentpunkte zusätzlich brachte. Zurzeit liegen die Grünen in den Umfragen bei acht Prozent. Das reicht für den Einzug in den Landtag. Und mit diesem Ergebnis wäre auch Jutta Blatzheim-Roegler, die auf der Landesliste der Grünen auf Platz 5 steht, wieder Abgeordnete in Mainz.Landtagswahl 2016


Was ist das Problem der Grünen? "Wir haben es derzeit schwer, mit unseren Themen in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden", sagt die 59-jährige Andelerin. Auch sie muss wie alle anderen Kandidaten im Wahlkampf besonders viele Fragen zum Thema Flüchtlinge beantworten. Ihre Meinung ist klar: "Ich stehe in dieser Frage hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Wir können das schaffen." Das Land habe eine Verpflichtung, Menschen in Not aufzunehmen, ist sie überzeugt.
Sie weiß, wovon sie spricht. 2001 hat sie im Kreis den Verein für Menschlichkeit und Zivilcourage mit ins Leben gerufen. Er will Vorurteile gegenüber Nichtdeutschen abbauen, beispielsweise durch Veranstaltungen zum Kennenlernen anderer Kulturen oder durch Beiträge zur Integration von Migranten.
Vor fünf Jahren schaffte Jutta Blatzheim-Roegler den Sprung in den Landtag. Seitdem hat sich ihr Leben gravierend geändert. Viel weniger Freizeit, zahlreiche Termine und oft im Auto unterwegs - das ist für sie jetzt der normale Alltag. "Das kann man nur machen, wenn die ganze Familie hinter einem steht. Und diesen Rückhalt habe ich", sagt sie.
Sie ist stellvertretende Sprecherin der Fraktion. In dieser Funktion äußert sich die studierte Germanistin und Politikwissenschaftlerin vor allem zu den Themen Verkehr, Infrastruktur und Tourismus.
Verkehr und Infrastruktur - das war vor der Wahl 2011 in ihrem Wahlkreis das große Thema. Sie wollte die Hochmoselbrücke verhindern, hatte jahrelang gegen dieses Großprojekt gekämpft und musste nach der Regierungsbildung eine dicke Kröte schlucken. Die Brücke ist nun im Bau. "Ich war damals am Boden zerstört, aber ich wollte deswegen nicht die Flinte ins Korn werfen. An meinen Grundüberzeugungen halte ich nach wie vor fest. Ich bin 1983 zu den Grünen gegangen, um die Welt ein bisschen besser zu machen. Das versuche ich weiterhin."
Stolz ist sie auf "grüne Projekte", die durchgesetzt werden konnten. An erster Stelle nennt sie den Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Aber auch über eine Reihe von weniger spektakulären Projekten freut sie sich und nennt beispielhaft den Radweg Arenrath-Bruch. Noch einmal fünf Jahre mit den Sozialdemokraten regieren - dafür kämpft sie. Aber sie weiß auch, dass nach den aktuellen Umfragen dies sehr unwahrscheinlich ist. Und wie wäre es mit Schwarz-Grün? Sie überlegt kurz und sagt: "Ich bin dagegen, vor einer Wahl irgendetwas auszuschließen."
Die gebürtige Bad Godesbergerin lebt seit 1978 in Andel. Sie war Mitbegründerin des Grünen-Kreisverbandes und baute den Grünen-Stadtverband Bernkastel-Kues auf. Seit 1989 ist die vierfache Mutter - teilweise mit Unterbrechungen - in verschiedenen kommunalpolitischen Gremien: im Ortsbeirat Bernkastel-Andel, im Stadt- und Verbandsgemeinderat Bernkastel-Kues und im Kreistag Bernkastel-Wittlich.Extra

Jutta Blatzheim-Roegler (59) wurde in Bad Godesberg geboren und lebt seit 1978 in Bernkastel-Kues. Sie ist verheiratet, hat vier Kinder und zwei Enkelkinder. Seit 2011 ist sie Mitglied des Landtages Rheinland-Pfalz und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen. Sie ist Mitglied des Kreistages Bernkastel-Wittlich und des Stadtrates Bernkastel-Kues. sim