Juwelen der Kammermusik

Drei Musiker aus Würzburg waren zu einem Kammerkonzert in die Wittlicher Synagoge gekommen. Mit minutenlangem Beifall und einer erneuten Einladung wurden sie verabschiedet.

Wittlich. (gkl) Da hatte der Musikkreis Wittlich wieder einmal eine Überraschung für das Publikum parat. Für die meisten Besucher der Wittlicher Synagoge war das Klaviertrio Würzburg mit Karla-Maria und Katharina Cording (Klavier und Violine), sowie dem Cellisten Peer Christoph Pulc ein unbeschriebenes Blatt. Und das trotz der Tatsache, dass dieses Ensemble sich in seiner neunjährigen Geschichte bereits etliche Lorbeeren auf dem Gebiet der Kammermusik erspielt hat. Es spricht für den Musikkreis, immer wieder Ensembles an die Lieser zu holen, deren Namen noch nicht in aller Munde ist, die aber trotzdem mit einer ausgereiften und stupenden Qualität aufzuwarten wissen.

Das Trio aus Unterfranken gehört zweifelsohne zur Gruppe derer, dessen Namen man sich merkt. Fanny Hensels Klaviertrio d-Moll stand als Erstes auf dem Programm der jungen Musiker, und schon von den ersten Takten an wusste man, dass hier etwas Reifes und Durchdachtes geboten wird. Auf dem sicheren Boden technischer Perfektion konnte die Tiefe des Werkes ergründet werden. Insbesondere der zweite Satz Andante espressivo geriet zu einem leuchtenden Juwel. Ganz anders in der Tonsprache, aber nicht weniger ausdrucksstark die "Variations on a Hebrew Melody" des israelischen Komponisten Paul Ben-Haim. Das Trio verstand es trefflich, den verschiedenen stilistischen Ausrichtungen dieser Komposition gerecht zu werden.

Höhepunkt war das Trio c-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Durchdringung des Inhaltes war gepaart mit einem Zusammenspiel der drei, das keinerlei Wünsche mehr offenließ. Jeder für sich ein großer Interpret, dabei aber angetrieben vom Ziel, gemeinsam der Musik zu dienen. Ein Abend, an dessen Ende minutenlanger Beifall stand.