Kabarettabend mit Heike Becker und Kerstin Sierp in Bernkastel-Kues

Kabarett : Ein Abend voller Fragen an die Gene der Menschen

Beim Kabarettabend mit Heike Becker und Kerstin Sierp bleibt kein Platz in der Güterhalle leer.

Restlos ausverkauft war der Kabarettabend mit Heike Becker und Kerstin Sierp. Die Veranstaltung der Kultur und Kur GmbH (KuK) Bernkastel-Kues stellte mehr als nur einmal einen massiven Anschlag auf das Zwerchfell der Besucher dar. Mehr als 200 Besucher hatten den Weg in die Güterhalle in Kues gefunden, um die Protagonistinnen des Abends, ehemals bekannt als das Duo „Thekentratsch“, zu sehen und vor allem zu hören.

Korrekt muss man eigentlich von Zuschauerinnen sprechen, denn der Männeranteil lag deutlich unter zehn Prozent. „Wir hätten noch etliche weitere Karten verkaufen können“, sagte Karin Schommer von der KuK, „aber das Platzangebot konnte nun einmal nicht vergrößert werden“.

Auch die Kooperationspartnerin der KuK, die Gleichstellungsbeauftragte der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, Rita Busch, war von dem humorvollen Abend zum internationalen Weltfrauentag begeistert. Mehr als nur einmal musste sie sich bei „Deine Gene braucht kein Mensch“ die Lachtränen wegwischen.

Die Becker und Frau Sierp sagen von sich selber, sie seien zwei Halbschwestern, die sich von ganzem Herzen hassen. Die eine ein emotionales Atomkraftwerk mit Rissen im Reaktor, die andere hat den Esprit einer abgelaufenen Schlaftablette. Frau Sierp ist das haltbarste Trockengesteck von Dinslaken und die Becker die saftige Dotterblume vom Kohlenpott. Man nennt sie auch das Unkraut im Garten der Lüste.

Beide schenken sich absolut nichts. Sierp bescheinigt Becker, dass mit dem, was ihre Schwester alles nicht weiß, eine ganze Sonderschule sitzen bleiben könnte. Becker wiederum amüsiert sich darüber, dass Sierp mit ihrem Therapeuten über 40 Jahre nicht über Sex redet.

Es war ein köstlicher Abend. Manchmal ein wenig schlüpfrig aber nie niveaulos. Und bei allem bissigen Zynismus wurde niemand zunichte gemacht. Die Becker nicht, die Sierp nicht und auch nicht die wenigen Männer im Saal.