Kälte, Salz und viele Löcher

Schnee und Eis sind vorerst auf dem Rückzug, und ein richtiges Chaos hat es nicht gegeben. Die Tatsache, dass bei diesen für Deutschland ungewöhnlichen Schneemengen nicht überall genug Salz vorhanden war, um alle Straßen zu streuen, mag man beklagen.

Vermutlich würden aber dieselben Menschen, die heute kritisieren, dass die Kommunen sich nicht mit riesigen Salzvorräten eindecken, um jede Wetterlage auf allen Straßen beherrschen zu können, ebenso lautstark lamentieren, wenn für solche Vorratshaltung kommunales Geld an anderer Stelle eingespart würde. Es wäre nicht nur unsinnig, sondern auch ökonomisch nicht vertretbar, wenn bankrotte Kommunen teures Salz in Mengen horten, die sie im Normalfall nur alle Jahrzehnte einmal benötigen.

Viel drängender wird in den kommenden Monaten die Frage sein, wie es dem Land und den Kommunen gelingt, die vom Winter schwer mitgenommenen Straßen wieder in einen befahrbaren Zustand zu versetzen. Das Gejammer über Schlaglöcher beginnt ja schon heute. Vermutlich wird es nicht gelingen, alle Schäden nachhaltig zu beheben. Denn das würde extrem teuer - vor allem für die Landkreise mit ihren vielen Kreisstraßen. Diese werden teilweise von so wenigen Autos befahren, dass man sich fragt, ob sie nicht als sogenannte freiwillige Leistung der Kommunen bewertet werden müssten. Dies hätte zur Folge, dass Landkreise, die wie Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm und Vulkaneifel nachweislich Pleite sind, sie gar nicht mehr sanieren dürften und aufgeben müssten. Dann hätte der Winter aber zumindest einen nachhaltig positiven Effekt.

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