Kaffee, Donauwelle und Dankbarkeit - So sind die Seniorennachmittage in Burg (Video)

Kaffee, Donauwelle und Dankbarkeit - So sind die Seniorennachmittage in Burg (Video)

Alle 14 Tage backen zwei Burger Frauen Kuchen. Der ist für die Seniorennachmittage im Ort in der alten Schule.

Foto: (m_wil )

Landscheid Brunhilde Pauli aus Burg, dem Ortsteil der Gemeinde Landscheid, steht in ihrer Küche. Dort backt sie heute zusammen mit Erna Burkel eine Donauwelle. Dafür wiegen die zwei Frauen Zucker ab, schlagen Eier auf und rühren Teig an. Der Kuchen ist für den Seniorennachmittag in der Gemeinde. Der ist alle 14 Tage, steht jetzt wieder an und wird von den Frauen bereits seit etwa fünf Jahren organisiert - viel Arbeit.

Doch das macht den zwei Burger Frauen nichts aus, im Gegenteil, sie tun es gerne. "Mir macht es Spaß die Senioren zu unterhalten”, sagt Pauli, während sie weiter den Teig für die Donauwelle rührt. "Manchmal erzählen sie dann auch noch Witze. Dann wird viel gelacht”, ergänzt Erna Burkel und schüttet den Zucker in die Schüssel. Besonders schön sei der Nachmittag auch immer dann, wenn gesungen werde, sind sich die Hobbybäckerinnen einig.

Dann verteilen sie sorgsam den Teig auf dem Backblech, erst eine Schicht, dann die zweite mit Kakao. Anschließend stopft Erna Burkel liebevoll die Kirschen in die ausgebreitete Teigschicht und schiebt das Blech in den vorgeheizten Backofen.

Der nächste Tag: Die Donauwelle servieren die Frauen in der Alten Schule etwa 20 Frauen, die zusammen an einer Tafel sitzen. Daneben gibt es auch noch belegte Brote mit Wurst und Käse sowie eine Himmelstorte, eine Art Bienenstich mit grünen Trauben. Dazu gibt es Kaffee, Sprudel und Cola. Zu dem Nachmittag darf jeder kommen, der älter als 60 Jahre ist, erzählt Brunhilde Pauli. Auch aus den Nachbardörfern seien die Senioren eingeladen. Die seien meistens um die 80 Jahre alt.

Unter ihnen ist auch Barbara Heinz. Sie ist mit 95 Jahren der älteste Gast am Nachmittag. Das ist ihr nicht anzumerken. Sie ist jung geblieben, macht Witze und fühlt sich sichtlich wohl. "Hier ist es richtig schön, weil man Gespräche hat”, erklärt Heinz ihre Stimmung. Neben Bebi, wie Barbara Heinz von ihren Freundinnen liebevoll genannt wird, sitzt die 83-jährige Jutta Schneider. Sie sei erst vor Kurzem nach Burg gezogen und habe hier, auch wegen des Seniorennachmittags, sofort Anschluss gefunden.

"Wie sind hier so eine richtig schöne Clique.” Außerdem spiele sie zusammen mit Bebi Rommè. Auf der anderen Seite des Tisches unterhalten sich Maria "Riele” Schuhmacher und Irene Blohmann. Blohmann wohnt schon 54 Jahre in Burg. Sie komme zu dem Treffen in der alten Schule, weil sie sich hier nett unterhalten könne und etwas über das Dorfleben von Burg erfahre. Maria Schuhmacher kommt aus Herforst (Kreis Bitburg). Sie sei jetzt schon im dritten Jahr mit dabei. Fast keinen Nachmittag habe sie bisher ausfallen lassen. Sie schwärmt von dem Kuchen: "Egal was gebacken wird, es ist immer lecker.” Über solche Komplimente freuen sich die beiden Organisatorinnen Pauli und Burkel. Und natürlich auch darüber, dass es den Senioren gefällt. Die würden während des Nachmittags viel lachen und am Ende sich mehrmals bedanken, manchmal vor Freude sogar weinen.

Erna Burkel und Brunhilde Pauli sind jetzt schon gedanklich beim nächsten Seniorenmittag. Der ist morgen und fast inmitten der Fastnachtsaison. Und da wollen sich die Organisatorinnen des Nachmittags etwas ganz Besonderes einfallen lassen und natürlich auch wieder Kuchen in der Küche von Brunhilde Pauli backen.
Ein Video, wie die beiden Frauen den Kuchen backen, gibt es unter volksfreund.de/video

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