Kalte Fracht kam in der Nacht

Glimpflich verlaufen ist der Abfluss von Eisbrocken auf Lieser und Salm. Kurzeitig drohte die Lieser jedoch in Wittlich über die Ufer zu treten. Das Gelände der Reithalle war kurzzeitig von Eismassen bedroht.

Wittlich. (har) "Wäre das Eis über die Mauer gekommen, hätten wir nichts tun können", sagt Manfred Schmidt, Einheitsführer der Freiwilligen Feuerwehr Wittlich, angesichts der Lage am Montagabend. Gegen 18 Uhr waren er und seine Kollegen alarmiert worden.

Grund dafür war der Abgang von Eis auf der Lieser. Unterhalb des Reitstalls war das Abfließen der teilweise zentnerschweren Brocken ins Stocken geraten. Die eiskalten Schollen bedrohten in der Folge die Anlagen und Ställe.

An der Brücke zu den Rommelsbach-Parkplätzen konnten dann Schmidt und seine Kameraden nur zuschauen, wie sich in der Dunkelheit das Eis an der Brückenkonstruktion staute. Doch auch dort floss das Eis schließlich ab, ohne größeren Schaden anzurichten. Wieder einmal bewährte sich damit die Hochwassermauer im Bereich der Feldstraße, die die Altstadt vor den Fluten der Lieser schützt.

Welch große Eisfracht die Lieser mit sich geführt hat, war am Dienstagmorgen zu sehen. Ob im Bereich Pleiner Weg, Hasenmühle, Rommelsbach oder an der Ohling: Überall lagen noch schwere Eisbrocken herum.

Ebenfalls ohne gravierende Folgen blieb der Eisgang auf der Salm bei Dreis. Verursacht durch Baumsperren staute sich das Eis dort stellenweise einen Meter hoch. Die Massen konnten erst abfließen, nachdem mit großem Getöse das Eis die Barrikaden durchbrochen hatte. Dicke Eisschollen säumten auch dort das Ufer. Angesichts dieser Bilder fühlten sich einige Anwohner an den Eisgang des Jahres 1985 erinnert.