Kampf um den Burgener Kunstrasenplatz geht weiter

Kampf um den Burgener Kunstrasenplatz geht weiter

Wer kommt zuerst in den Genuss eines Kunstrasensportplatzes? Burgen oder Zeltingen-Rachtig? Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, die Burgener fühlen sich aber in hohem Maße benachteiligt.

Burgen. (cb) "Der Kampf geht weiter. Wir sind bereit und könnten morgen anfangen." Der Burgener Ortsbürgermeister Reinhard Grasnick (SPD) gibt nicht auf in dem Bestreben, den roten Sand des Sportplatzes durch Kunstrasen ersetzen zu lassen. Der Haushaltsplan für das Jahr 2010 enthält sogar schon die veranschlagten 520 000 Euro.

Alleine kann die Gemeinde aber nichts ausrichten. Sie ist auf Zuschüsse angewiesen. Und da kommt der Kreis ins Spiel, der jedes Jahr eine Prioritätenliste erstellt. Mit der Kommune steht die Gemeinde in diesem Zusammenhang derzeit aber eher auf Kriegsfuß. Wie mehrfach berichtet, haben die zuständigen Gremien (Jugendhilfeausschuss, Sportstättenbeirat) die von den Verbandsgemeinden regelmäßig eingereichten Prioritätenlisten im Jahr 2009 erstmals geändert. Statt Burgen hievten das ebenfalls einen Kunstrasenplatz begehrende Zeltingen-Rachtig auf Platz eins und Burgen auf Rang zwei. Der Kreisausschuss segnete dies ab, wusste aber, zumindest in Teilen, nichts von der Änderung.

In der Sitzung des Ortsgemeinderates gab Grasnick am Mittwochabend einen Einblick in sein Seelenleben. Die Entscheidung sei "undemokratisch" und widerspreche dem von Landrätin Beate Läsch-Weber (CDU) immer wieder gebrauchten Ausspruch von der "kommunalen Familie". Grasnick: "In einer Familie geht man nicht so miteinander um."

Die Entscheidung über die Prioritätenliste 2010 ist noch nicht gefallen. Das dürfte in Laufe der nächsten Wochen geschehen. Klar ist allerdings: Die Gemeinde Reil, die auch einen Kunstrasen beantragt hat und sowieso schon vor Zeltingen-Rachtig und Burgen stand, behält diesen Vorrang. Grasnick will das Thema auch noch einmal im VG-Rat Bernkastel-Kues anschneiden. Dort habe parteiübergreifend Betroffenheit darüber geherrscht, dass das Votum des Gremiums übergangen worden sei.

Im Rat herrschte eher eine pessimistische Grundstimmung. "Man will das nicht", sagte Manfred Schwarz, der auch Vorsitzender des FC Burgen ist. Schwarz glaubt, dass die VG nicht nach Dringlichkeit entschieden hat, sondern nach dem Datum der Eingabe. Da war sein Ort der Gemeinde Zeltingen-Rachtig um Jahre voraus. Im Kreis sei dann aber nach anderen Kriterien entschieden worden.

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