Kampfmittelortung durchsucht Grundstück: Beim Kino wird schon fleißig gebaggert

Bauarbeiten : Beim Kino in Wittlich wird fleißig gebaggert - Kampfmittelortung durchsucht Grundstück

Das Grundstück im Brautweg wird mit einer sprenggeschützten Maschine abgesucht. Wenn nichts Gravierendes gefunden wird, kann der Bau bald starten. Doch wonach suchen die Arbeiter überhaupt?

Was ist denn da neben dem Eventum los? Wird etwa jetzt schon das Kino im Brautweg gebaut? Nun ja, ganz so weit sind wir noch nicht. Ein Bagger wäre dafür auch etwas wenig.

Doch dieser Bagger läuft auf Hochtouren. Und es ist kein normaler, denn er ist sprenggeschützt. Dabei ist nicht gesagt, dass diese ferromagnetischen Störpunkte und Anomalien gleichzeitig auch gefährlich sind. Denn dabei handelt es sich nicht zwangsläufig um Sprengkörper. Das doch sehr sperrige Wort „ferromagnetisch“ entsteht aus der lateinischen Vorsilbe „ferrum“ für Eisen und dem uns bekannten Begriff „magnetisch“. Unter die ferromagnetischen Stoffe fallen also etwa Eisen, Nickel und Kobalt. Diese Stoffe an sich sind nicht magnetisch, werden aber in Verbindung mit einem Magneten selber zum Magneten. So, genug Magneten für heute.

Etwa 230 dieser Störpunkte und Anomalien wurden auf dem Gelände des neuen Kinos gefunden (der TV berichtete). Der Bauausschuss hat sich Ende Januar mit dem Thema der Störungen beschäftigt, daraufhin wurde der Auftrag zum Absuchen und Prüfen des Gebietes erteilt.

Die Arbeiten kosten knapp 30 000 Euro und werden von der Spezial­firma Welker GmbH durchgeführt, die sich mit Kampfmittelortung beschäftigt. Insgesamt werden die Kontrollen auf der zukünftigen Baustelle laut Ausschreibung „sieben bis acht Tage“ dauern. Auch die Vorarbeiten wurden bereits von besagter Firma durchgeführt.

Mit dem Bagger auf der Baustelle sind zwei Arbeiter. Ein Maschinist, der den Bagger fährt und betreut, und ein Feuerwerker, der mit einer Sonde die gefundenen Objekte und möglichen Anomalien kontrolliert.

 Denn es wird durchaus auch nach Kampfmitteln und möglichen Gefahren gesucht. Die Befunde werden von den Mitarbeitern aufgezeichnet. Nach der Aufzeichnung folgt die Auswertung und – falls nötig– eine Bergung der Störpunkte, damit vor dem Beginn der ersten Erd- und Bauarbeiten sichergestellt ist, dass das Grundstück frei von Sprengmitteln oder den erklärten ferromagnetischen Störungen ist.

Der Zeit- und Bauplan des Kinos hängt nun also auch davon ab, ob und was auf dem Gelände gefunden wird. In Wittlich wurde zuletzt 2012 eine Fliegerbombe entschärft (siehe Info). Sollte nichts Gravierendes gefunden werden, dann startet der Bau des Kinos schon bald. Investor Kurt Römer hat vor kurzem im TV angekündigt, dass er gerne Ende Februar mit der Grundsteinlegung für den Neubau beginnen würde. Ende September soll dann ein geschlossener Rohbau mit Toiletten stehen.

Die Eröffnung könne zwar nicht genau geplant werden, das Ziel sei allerdings der November oder Anfang Dezember. In dieser Zeit wird dann wohl auch mehr als ein Bagger auf dem Gelände rollen.

Mehr von Volksfreund