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Kaputter Tank: Heizöl fließt in die Mosel

Kaputter Tank: Heizöl fließt in die Mosel

Ölunfall gestern in Ürzig: Nach den bisherigen Erkenntnissen sind etwa 1000 Liter Heizöl ins Erdreich gesickert beziehungsweise in die Mosel geflossen. Ursache war ein undichter Heizöltank in einem unbewohnten Haus.

Ürzig. Der stechende Geruch von Heizöl umgibt gestern um die Mittagszeit ein Haus am Ürziger Moselufer. Der Gestank wird immer stärker, je näher man sich einem ebenerdigen Lagerraum nähert. Dort steht ein mit einer hüfthohen Steinwand ummauerter Heizöltank aus Stahl. Er fasst 7500 Liter. Etwa 1000 Liter Heizöl sind aus dem Tank gelaufen, das Leck befindet sich vermutlich am Tankboden.

Das Öl hat sich durch den Boden in den Keller gedrückt und ist von dort in einen Gully gelaufen. Wie viel Öl ins Erdreich gedrungen ist und wie viel Öl über die Kanalisation in die Mosel geflossen sind, ist noch ungewiss.

Anwohner bemerkt Ölteppich auf der Mosel

Mit Schläuchen legen die Feuerwehrleute eine Ölsperre, um zu verhindern, dass noch mehr Öl in die Mosel fließt (Foto links oben). Zusätzlich streuen sie ein Bindemittel aus (Foto rechts). Rund 2500 Liter Heizöl werden aus dem lecken Tank in Auffangbehälter gepumpt (Foto links unten). TV-Fotos: Winfried Simon (2), Klaus Kimmling (1).



Der Ölunfall in Ürzig hat einen großen Feuerwehreinsatz ausgelöst. Gegen 13 Uhr bemerkt ein Moselanwohner zwischen Kinheim und Lösnich einen größeren Ölteppich auf der Mosel und alarmiert sofort die Feuerwehren von Kinheim und Kröv.

Schnell steht fest, dass in Ürzig Öl aus einem in die Mosel mündenden Oberflächenwasser-Kanal in den Fluss fließt. Die Feuerwehren aus Zeltingen-Rachtig und der in Kues stationierte Gefahrstoffzug werden nachalarmiert. Insgesamt sind 65 Feuerwehrleute im Einsatz. Die Leitung hat der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, Thomas Edringer.

In die Kanalmündung legen Feuerwehrmänner Sandsäcke und streuen ein Ölbindemittel auf die rot-braune Brühe. Gleichzeitig werden mit Hilfe von zwei Feuerwehrbooten mit Kunststoffschaum gefüllte Schläuche als Ölsperren in die Mosel gelegt. Sie sollen verhindern, dass noch mehr Heizöl die Mosel verschmutzt. Unterdessen pumpen Einsatzkräfte etwa 2500 Liter Heizöl, die sich noch in dem lecken Tank befinden, in einen Notauffangbehälter. Eine kleine Pumpe steht vor dem Gully. Sie saugt die Reste des ausgelaufenen Heizöls ab. Die bruchsteinerne Kellerwand ist völlig mit Heizöl durchtränkt. Der Geruch wird vermutlich noch viele Monate zu vernehmen sein.

Der 41 Jahre alte Heizöltank aus Stahl steht in einem unbewohnten Haus. Besitzer Josef Loosen sagt gegenüber dem TV: "Gestern war ich noch hier, auch die Tage zuvor. Und da war noch alles in Ordnung."

Jetzt muss geklärt werden, warum das Heizöl in den Abwasserkanal fließen konnte. Unklar ist zudem noch, wie viel Heizöl ins Erdreich gesickert ist. Ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltung war an Ort und Stelle. Welche Schritte jetzt nötig sind, konnte die Kreisverwaltung gestern noch nicht sagen.