| 20:34 Uhr

Karate für mehr Selbstvertrauen

 Menschen mit geistiger, psychischer oder körperlicher Beinderung können beim VfL Traben-Trabach Karate trainieren. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Menschen mit geistiger, psychischer oder körperlicher Beinderung können beim VfL Traben-Trabach Karate trainieren. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Traben-Trarbach. Die Karateabteilung des VfL Traben-Trarbach bietet ein Training für Menschen mit psychischer Behinderung an. Bereits seit vier Jahren üben körperlich und geistig Behinderte Karate mit Erfolg aus.

Traben-Trarbach. Sport für körperlich behinderte Menschen ist mit Großveranstaltungen wie den Paralympics heute auch in den Medien präsent. Für geistig Behinderte ist das Sportangebot noch nicht so umfangreich. Die Karateabteilung des VfL Traben-Trarbach nimmt sich jedoch gezielt dieser Menschen an. Seit kurzem können auch Menschen mit psychischen Behinderungen wie Depression oder Tablettensucht in der Moselstadt diesem Sport nachgehen. Bis jetzt sind fünf Teilnehmer, die unter seelischen Erkrankungen leiden, mit dabei. Für geistig und körperlich Behinderte besteht das Karate-Angebot bereits seit vier Jahren, sagt Jörg Baumgartner vom VfL Traben-Trarbach. Der Transport für Auswärtige geschieht in Zusammenarbeit mit dem DRK-Sozialwerk. "Das Karatetraining bringt den Menschen eine Riesenportion Selbstvertrauen, sie fühlen sich anerkannt", sagt Baumgartner. Zudem helfe das Training den Betroffenen, ihre Fähigkeiten wie Koordination und Konzentration zu verbessern. Das Karate nehme den Teilnehmern ein Stück Ängstlichkeit, sie würden selbstbewusster, sagt der Heilpädagoge Peter Elz. Er betreut in Longkamp eine Wohngruppe für Behinderte, aus der einige Mitglieder das Karatetraining besuchen.Die 20 Männer und Frauen im Alter zwischen 20 und 55 Jahren kämpfen nicht gegeneinander, sondern in einer Art Schattenkarate gegen imaginäre Gegner.Dabei werden Schlagtechniken, Abwehrbewegungen und Schrittfolgen in festgelegten Abläufen, sogenannten Katas, nacheinander ausgeführt, sagt Baumgartner. "Diese Katas, die bis zu einer Minute dauern, sehen dann aus wie ein Tanz", sagt er. Die Teilnehmer lernen diese Abfolgen ähnlich wie Gedichte auswendig. Die behinderten Menschen suchen das kontinuierliche Training, sagt Baumgarten. "Unlust gibt es nicht", sagt er. Die 23- jährige Nina Fell ist seit zwei Jahren dabei. "Es macht richtig Spaß", sagt sie. Man lerne, sich zu verteidigen. Zudem könne man Stress abbauen, sagt sie. "Als Frau muss man sich auch wehren können", sagt sie. Auch für den 34 Jahre alten Thomas Mildenberger ist es wichtig, dass er sich bei Bedarf verteidigen kann. "Wenn ich mal angegriffen werde, bin ich nicht schutzlos", sagt er.Medaillen bei Meisterschaft

Beide Akteure gehören zu einer achtköpfigen Gruppe, mit der der VfL im vergangenen Jahr zu den deutschen Meisterschaften im Kata für Menschen mit Behinderung nach Erfurt gereist war. Mit Erfolg: Nina Fell war eine von drei Traben-Trarbacher Karateka, die eine Bronzemedaille erringen konnten, Mildenberger belegte Platz sechs. cstvfl-karate.net