Karawanen-Überfall am Moselufer

Die Premiere des "Mittelalter-Spectacels" war viel versprechend. Deshalb rechnen die Organisatoren in diesem Jahr (16. und 17. Juni) mit bis zu 12 000 Besuchern. Sie erwartet ein großes Programm.

Bernkastel-Kues. Knapp 10 000 Besucher machten 2005 die Premiere des "Mittelalter-Spectacels" zu einem Erfolg. Für die Stadt Bernkastel-Kues war es deshalb keine Frage, an dem angestrebten Zwei-Jahres-Rhythmus festzuhalten. Das fällt auch leicht, weil mit der Gruppe "conductio-princastell" wieder Mittelalter-Fans erster Güte für die Organisation bereit stehen. Die Neuauflage geht am 16. und 17. Juni auf dem Rasengelände zwischen Moselbrücke und der "Thanisch Spitz" über die Bühne. Das Motto lautet "Orient trifft Okzident". 60 Händler, Handwerker, Spielleute, Gaukler und Schausteller werden das Areal in die Zeit der ersten drei Kreuzzüge (1099 bis 1200) verwandeln. "2005 wurde die Veranstaltung in der Mittelalter-Szene sehr gut angenommen", freut sich Hauptorganisator Florian Meurer. Er geht deshalb von einer Steigerung der Besucherzahl auf 12 000 aus. Eine Steigerung bei den Anbietern gibt es bereits, denn 2005 waren es nur knapp 50. Billig ist ein solches Spektakel jedoch nicht. Artisten, Spielleute, Gaukler und manche Händler müssen bezahlt werden. Die Kosten beziffert Meurer auf zirka 60 000 Euro. Die Kalkulation sei darauf ausgelegt, dass bei 8500 Zuschauern eine Kostendeckung erreicht werde. Der Eintritt kostet fünf Euro (Kinder bis 14 Jahre zahlen nichts). So genannte Gewandete, Leute die in mittelalterlicher Kleidung erscheinen, zahlen 2,50 Euro. Von denen gibt es nicht wenige. Florian Meurer schätzt, dass es vor zwei Jahren etwa 2500 waren. "Die geben viel Geld aus", sagt er. Das erkläre den ermäßigten Eintrittspreis.An Handwerkern werden unter anderem Bogenbauer, Salbenmacher, Buchbinderin, Kupfertreiberin, Schmied, Sattler, Tischler und Figurenmacher erwartet. Außerdem schlagen verschiedene Gruppen ihr Lager auf. Märchenerzähler, Bauchtänzerin und Fakir erfreuen Seele und Auge. Orientalisches Gebäck, Trockenfrüchte, Tee und Mokka sowie anderes mehr dienen der Stärkung der Besucher. Höhepunkte der Veranstaltung sind ein Karawanen-Ü berfall (mit Kamelen) und die Jagd mit Falken. Am späten Abend des 16. Juni findet ein Tavernenspiel statt. Die Organisatoren haben hohe Ansprüche. "Wir wollen alles historisch korrekt darstellen", sagt Sandra Zimmermann.