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Karnevalsaktion in Morbach-Hundheim: Kostümierte Figuren vertreiben Corona

Fastnacht : Kostümierte Figuren im Hunsrück rücken dem Virus zu Leibe

Corona hat viele Pläne für die närrischen Tage erneut durchkreuzt. Im Morbacher Ortsbezirk Hundheim haben sich einige Anwohner eine ungewöhnliche Aktion ausgedacht, um das Virus symbolisch zur Strecke zu bringen.

Der Weiberdonnerstag ist üblicherweise der Auftakt für die höchsten närrischen Feiertage. Doch Corona hat dafür gesorgt, dass Kappensitzungen, Partys und Umzüge größtenteils abgeblasen worden sind. Im Morbacher Ortsbezirk Hundheim wollen viele Karnevalisten aber offenbar zeigen, dass sie die Fastnacht trotz der erneuten Absage großer Veranstaltungen nicht aufgegeben haben. In vielen Fenstern sind am Donnerstag Luftschlangen, bunte Masken und Girlanden zu sehen. Der Hundemer Karnevalsverein (HKV) hatte zur Aktion „Karnevalsfenster 2022“ aufgerufen, und laut Information im Amtsblatt werden an rund 30 Adressen bis zum 1. März geschmückte Fenster zu bestaunen sein. Eine zusätzliche Aktion haben sich Anwohner der beiden Straßen Fichtenweg und Hochwaldblick ausgedacht. Dort stehen gut sichtbar auf einer Wiese mehrere aus Holzstöcken und Styropor-Kugeln gebastelte Figuren. „Wir hatten schon im vergangenen Jahr so eine karnevalistische Darstellung aufgebaut“, erklärt Mitorganisatorin Pia Pfeiffer auf TV-Nachfrage. „So ehren wir die Fastnacht, auf dass sie im nächsten Jahr wieder wie gewohnt erwacht.“

Teil der kostümierten Figurengruppe sind bunt gekleidete Hexen mit Besen und eine Figur in einem weißen Schutzanzug mit Visier und Spritze in der Hand, auf deren Brust „Intensivmediziner“ geschrieben steht. Noch mehr ins Auge sticht eine schwarz gekleidete Gestalt mit Henkersbeil. Sie hält ein Seil, an dem ein überdimensionales Coronavirus über einer Art Scheiterhaufen baumelt. Ihre Gedanken dazu haben die Anwohner auf einem Schild notiert – teils in Reimform, wie es sich an Fastnacht gehört. „Corona, du ungewolltes Biest“ ist darauf zu lesen. Und: „Du musst jetzt weg.“ In den weiteren Zeilen drücken die Hundheimer ihre Sehnsucht nach der Rückkehr zur Normalität aus: „Wir alle wollen uns doch wieder sehen und untereinander feiern gehen.“ Da das jedoch noch nicht wieder so möglich sei wie erhofft, soll laut den Organisatoren das Virus in Hundheim zumindest symbolisch endlich vertrieben werden. Ihre Figuren wollen sie noch bis Aschermittwoch stehen lassen.

  Eine „karnevalistische Szenerie“ haben Anwohner zweier Straßen im Morbacher Ortsbezirk Hundheim für die närrischen Tage aufgebaut. Zu sehen sind bunt kostümierte Figuren, die Hexen darstellen sollen. Mit dabei sind außerdem ein Intensivmediziner und ein Henker, die das über einem Scheiterhaufen hängende Coronavirus symbolisch zur Strecke bringen.
Eine „karnevalistische Szenerie“ haben Anwohner zweier Straßen im Morbacher Ortsbezirk Hundheim für die närrischen Tage aufgebaut. Zu sehen sind bunt kostümierte Figuren, die Hexen darstellen sollen. Mit dabei sind außerdem ein Intensivmediziner und ein Henker, die das über einem Scheiterhaufen hängende Coronavirus symbolisch zur Strecke bringen. Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Zu sehen gibt es laut Karnevalsverein auch einiges auf dem Dorfplatz. Dort sollen wieder Banner hängen mit „Fotos aus 44 Jahren HKV“, heißt es im aktuellen Amtsblatt. Am Fastnachtssonntag, 27. Februar, soll es am Pavillon auf dem Dorfplatz getränke, Würstchen und Waffeln „to go“ geben. Der Verein weist darauf hin, dass im Verkaufsbereich die 2G-Regel gelte und die Aktion bei schlechtem Wetter nicht umgesetzt werde.