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Karrstraßen-Platz bekommt Extra-Vorstellung

Karrstraßen-Platz bekommt Extra-Vorstellung

Einst steht fest: Wittlichs Parkplatz in der Karrstraße soll nach dem Willen vieler Wittlicher erhalten, aber umgestaltet werden. Dazu wurden Ideen und ein Favorit in der Einwohnerversammlung kurz vorgestellt. Um gründlich darüber zu diskutieren, kündigt Bürgermeister Joachim Rodenkirch eine Extra-Veranstaltung nur zu diesem Thema nach Ostern an.



Er ist sehr ungepflegt, schmutzig und beliebt. Er hat es sogar geschafft, in die Stadtgeschichte einzugehen: Der Parkplatz in der Karrstraße ist immerhin der Anlass zu Wittlichs erstem Bürgerentscheid gewesen (der TV berichtete ausführlich).

Jetzt soll er schöner werden. Nur wie? Darüber ist bereits nachgedacht worden. Von Vertretern der Stadt, Planern und nicht zuletzt den Sprechern der Bürgerinitiative, die das Projekt angestoßen hat und 3566 Unterstützer-Stimmen sammeln konnte (936 dagegen), die einen Ratsbeschluss zu einer Bebauung mit Wohn- und Geschäftsräumen gekippt haben.

Das war im November. Jetzt ist die Frage: Wie geht's weiter, wie soll der Platz einmal bei Erhalt der notwendigen Parkplätze aussehen? Eine erste öffentliche Information gab es dazu in der Einwohnerversammlung, die viele Bürger allein wegen dieses Themas, das sie bewegt, besucht haben.

Sie wissen nun ein wenig mehr: Christoph Heckel, Trierer Büro BGH Plan, skizzierte den aktuellen Sachstand, nachdem Bürgermeister Joachim Rodenkirch bereits mit Blick auf die Uhr angekündigt hatte: "Ich schlage vor, dazu noch einmal einen separaten Termin nur mit diesem Thema zu machen. Bis dahin kann man in der Stadt darüber diskutieren. Und dann bin ich überzeugt, wir schaffen das, eine gemeinsame Lösung zu finden."

Mit diesem Vorschlag zum weiteren Vorgehen war als Sprecher der Initiativgruppe auch Hans Gelz einverstanden. Daraufhin lieferte Planer Heckel allen, die in die Synagoge gekommen waren, das "Abwägungsmaterial" wie er es nannte. Zunächst hob er neben der reinen Größe des offenen Raums, vergleichbar mit dem Schlossplatz, dessen rahmende Umgebung hervor: Von drei Seiten sieht man die Fassaden von Häusern, die Heckel als "schönes, harmonisches Straßenbild" mit teils "hoher Wertigkeit von denkmalgeschützten Häusern" beschrieb. Dazu stehe die Ostseite mit dem Markushaus, dem Kindergarten und der davor verlaufenden Mauern im Kontrast: "Da sieht man, dass diese Gebäude nicht mir dem Platz kommunizieren. Es gibt auch zum Parkplatz hin keine Eingänge, kaum Öffnungen."
Fotos belegten diesen Eindruck.

Auch wurde nochmals kurz die bisherige Geschichte der Bebauung mit Franziskanerkloster später der Markusschule erwähnt. Nach Abriss und Nutzung als zunächst provisorischer Parkplatz ist die aktuelle Lage: ein städtisches Gelände mit 76 Parkplätzen auf 2800 Quadratmetern und einem "Buckel" in der Mitte: Das Gelände ist nicht flach.

Wie kann man nun die Parkplätze erhalten und die Fläche dennoch zu einem schönen innerstädtischen Aufenthaltsplatz gestalten? Dazu wurden grundsätzliche Lagemöglichkeiten von reiner Parkfläche zu verbleibendem Raum gezeigt.

Wie hätten es die Wittlicher denn gerne? Parken konzentriert direkt an der Karrstraße, oder eher doch im Block zur Kordel hin, oder eher komplett in Richtung Klosterstraße verlagert? Oder Parken komplett in der Mitte und ringsum eine Grünzone? Mehrere Varianten wurden kurz gezeigt: Mal rückte künftiges Grün seitlich zur Karrstraße, mal zur Klosterstraße, mal in Richtung Markushaus als lang gestrecktes Band vor der jetzigen Mauer. Und genau Letzteres, das sei ein Gedanke, der bislang als eine Art Favorit gelte, so Christoph Heckel. Dafür gab es Applaus. Bürgermeister Joachim Rodenkirch kündigt den neuen Termin zum Thema für nach Ostern an.

Die Bürgerinitiative Karrstraße lädt bereits für Mittwoch, 9. März, 19 Uhr zu einem Treffen für alle interessierten Wittlicher im Casino.