Kassenwettbewerb um gute Qualität und Service nicht sichtbar

Kassenwettbewerb um gute Qualität und Service nicht sichtbar

Die Auswirkungen der Gesundheitsreform und die Wunsch- und Wahlrechte in der medizinischen Rehabilitation waren Thema der Tagung des Median-Rehabilitationszentrums in Bernkastel-Kues.

Bernkastel-Kues. (red) Das Median-Rehabilitationszentrum in Bernkastel-Kues lädt alle drei Jahre zu einer Tagung ein, bei der Fragen der Sozialarbeit im Gesundheitswesen erörtert werden. Die rund 100 Teilnehmer diskutierten in diesem Jahr mit Experten über die Auswirkungen der Gesundheitsreform sowie Wunsch- und Wahlrechte in der medizinischen Rehabilitation.

Annette Rogalla (Forschungsinstitut IGES, Berlin) sprach über Auswirkungen der Gesundheitsreform auf Strukturen und Patientenversorgung. Ihr Fazit: Der Gesundheitsfond führe, anders als propagiert, nicht zu einer besseren medizinischen Versorgung der Patienten. Er sei auch kein Instrument, das für soziale Gerechtigkeit sorge. Der von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt angekündigte "Kassenwettbewerb um gute Qualität und besten Service" sei für die Versicherten nicht spürbar.

Ein Aspekt der Gesundheitsreform ist das Versorgungsmanagement.

Der Sozialexperte Harry Fuchs betonte, dass Versorgungsmanagement aus politischer Sicht grundsätzlich erforderlich sei, um die als "Schnittstellenprobleme" bezeichneten Schwierigkeiten an den Naht- und Berührungsstellen des gegliederten Sozialleistungssystems zu bewältigen. Die durch die Gesundheitsreform 2007 eingeführten und durch die Pflegereform 2008 weiter konkretisierten Regelungen zum Versorgungsmanagement seien im Grunde nichts Neues. Die nahtlose soziale Betreuung und Beratung der Versicherten und die Gewährleistung eines nahtlosen Übergangs von der Krankenhausbehandlung zur Rehabilitation oder Pflege sei schon vor Inkrafttreten der Gesundheitsreform 2007 eine Aufgabe des Krankenhauses gewesen.

Keine bessere Versorgung durch Gesundheitsfonds



Sie sei schon deshalb auch Gegenstand der Krankenhausvergütung. Zwei weitere Experten referierten über "Rechtliche Grenzen der Belegungssteuerung durch die Rehabilitationsträger". Sie stellten die Rechtslage bei der Wahl einer Rehabilitationsklinik durch den Rehabilitanden selbst dar und machten deutlich, dass die derzeitige Praxis einiger gesetzlicher Krankenkassen, Wünschen nach einer bestimmten Rehabilitationsklinik nur unter der Bedingung nachzukommen, dass der Leistungsberechtigte die in der Wunscheinrichtung entstehenden Mehrkosten selbst zu tragen habe, rechtswidrig sei.

Die Auswahl einer Wunschklinik sei allerdings auch an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die die Versicherten beachten müssen.