Kater Rudi beendet den Traum vom großen Geld
Die kommunale Doppik wird in Bernkastel-Kues erst 2009 angewendet: Es ist also Zeit, sich bereits damit zu beschäftigen. Die Stadt will sich auch auf andere Weise für die Zukunft wappnen. Im Gespräch ist ein Jugendparlament.
Bernkastel-Kues. (cb) Die kommunale Doppik (doppelte Buchführung nach Soll und Haben) wird in der Stadt Bernkastel-Kues erst ab dem Jahr 2009 Anwendung finden. Gedanken, wenn auch nicht immer ganz ernster Natur, machen sich manche Kommunalpolitiker aber bereits jetzt. Zum Beispiel Bernd Gelz (SPD) in seiner Rede zum Haushalt 2008. Er berichtete von einem Traum: "Auf der Aktivseite der Bilanz das gesamte Anlagevermögen der Stadt: Grundstücke, Häuser, die Burg und die Innerortsstraßen. Wir waren plötzlich ein reiche Stadt. Unter anderem waren die Römerstraße und die Burgstraße mit fünf Millionen Euro bewertet. Schnell beschlossen wir, die beiden Straßen an Günter Reh zu verkaufen und zahlten damit über die Hälfte unserer Schulden zurück. Reh errichtete beim Lebensmittelgeschäft Krementz und am Café Michel zwei Kassenhäuschen und amortisierte seine Investition innerhalb eines Jahres, indem er von jedem Touristen, der die beiden Straßen benutzen wollte, zwei Euro kassierte." Doch da war der Traum zu Ende. Gelz. "Dann biss mich mein Kater Rudi in den großen Zeh und ich erwachte. Neben mir lag nicht meine Frau Petra, sondern der Haushaltsplan der Stadt Bernkastel-Kues. Ich sah sofort in der Schuldenübersicht nach, doch am Schuldenstand hatte sich nichts geändert." Der Traum erscheine auf den ersten Blick etwas unrealistisch, sagte Gelz. "Aber im Kern werden wir uns damit in den nächsten Jahren auseinandersetzen müssen. Möglicherweise geht es dann ja nicht nur um den Kauf von Immobilien, sondern auch um deren Verkauf. Vorher hatte Gelz sich dafür starkgemacht, dass manche geplante Projekte nicht in Regie der Stadt, sondern von privaten oder gewerblichen Investoren angegangen werden. Die Stadt will sich auf jeden Fall für die Zukunft wappnen. Zu dieser Zukunft gehört auch der Blick auf die Schulden, die am Jahresende bei kapp acht Millionen Euro liegen könnten. Mit den Schulden und dem Verkauf von "Tafelsilber" in Form von Grund und Boden werde in hohem Maße die Handlungsfähigkeit kommender Generationen beeinflusst, sagte Frank Hoffmann (CDU). Er schlägt die Einrichtung eines Stadtjugendparlaments vor. Er halte es für notwendig, "dass die Jugend frühzeitig die Geschicke einer Stadt mitbestimmen darf", sagte er.