Katzen, Hunde und Co: Das Tierheim in Altrich bleibt, der Träger wechselt

Katzen, Hunde und Co : Das Tierheim in Altrich bleibt, der Träger wechselt

Ab Januar übernimmt ein Betreiberverein die Verwaltung des Tierheims Altrich. Am kommenden Sonntag lädt die Einrichtung zum Sommerfest ein.

Seit mehr als zehn Jahren gibt es das Tierheim in Altrich. Und seitdem sind unzählige Katzen und viele andere Kleintiere aufgenommen, versorgt und wieder vermittelt worden. Dass die Bleibe für herrenlose Tiere zur Organisation „Lernen und Arbeiten“ gehört, ist dabei weniger bekannt. Es geht ja um die Tiere.

Und die stehen auch ab Januar 2020 im Mittelpunkt, wenn der Träger der Einrichtung wechselt: der Verein Eifeltierheim-Altrich e. V.. Tierheimleiter Rainer Kordel und die Vorsitzende des neuen Vereins, Anke Zimmer, erklären, um was es bei dieser Änderung geht. „Wir passen nicht mehr in das Konzept von „Lernen und Arbeiten“, sagt Kordel. Der Träger habe sich zuletzt lediglich um Personalien und Verwaltung gekümmert. Alle Einnahmen wurden über das Tierheim  mit Zuschüssen, Spenden oder Vermittlungsgeldern generiert.

Es sei einfacher, wenn sich künftig der Verein als Betreibergesellschaft um alle Belange des Tierheims kümmere. „Wir gehen nicht im Bösen auseinander“, betont Kordel. Seine Chefin von „Lernen und Arbeiten“ helfe, wo es möglich ist. Nach außen hin werde der Wechsel kaum zu merken sein.  „Nur die Spendenquittungen kommen nicht mehr von ,Lernen und Arbeiten‘ sondern von der neuen Betreibergesellschaft.“, so Kordel.

Die organisatorischen Dinge, die für eine Vereinsgründung notwendig sind, laufen alle, bestätigt Anke Zimmer. Es habe bereits eine Gründersitzung gegeben, die Satzung sei beim Amtsgericht eingereicht.  Neben Kordel und Anke Zimmer sind noch fünf langjährige Ehrenamtliche Mitarbeiter in dem Verein.

Diese drei kleinen Kätzchen wurden kürzlich in einer Plastiktüte im Wittlicher Stadtpark ausgesetzt. Glücklicherweise haben sie überlebt. Foto: TV/Nora John

Ein ständiges Thema wird aber auch mit der neuen Betreibergesellschaft vermutlich bleiben: die Finanzen. „Wir haben ein Jahresbudget von rund 150 000 Euro“, sagt Rainer Kordel. Man versuche die Hälfte davon als Puffer zurückzulegen. Denn es gibt immer wieder Situationen, bei denen zum Beispiel auf einen Schlag viele Neuzugänge versorgt werden müssen. Neben Futter, Streu etc. sind die Tierarztkosten hoch.

Zuschüsse gibt es vom Land und von kommunalen Stellen. Allerdings, da sind sich Rainer Kordel und Anke Zimmer einig, zu wenig. Immerhin gebe es von den Verbandsgemeinden  Daun, Kelberg und Gerolstein  mehrere tausend Euro. Das entspreche etwa 22 Cent pro Einwohner pro Jahr. Ein Betrag, der aus ihrer Sicht vertretbar ist. Zimmer und Kordel wünschen sich, dass dieser Betrag auch von anderen Kommunen gezahlt werde. Leider sind es zum Teil nur 0,025 Euro,  die eine Stadt pro Einwohner und Jahr bezahlt. Rainer Kordel weist darauf hin,  dass Altrich das einzige Tierheim im weiten Umkreis hat. Und man leiste nicht nur Arbeit für Tierfreunde, sondern auch für jene, die mit den Vierbeinern nichts zu tun haben wollen.

„Wir möchten ja nicht, dass es mehr gibt, sondern dass es weniger Katzen werden“, sagt Anke Zimmer. Deshalb sei es wichtig, dass genug Geld da ist für Kastrationen und Versorgung. Auch sei das Tierheim ein wichtiger Ansprechpartner, wenn ein Mensch durch Tod oder Krankheit nicht mehr in der Lage sei, seinen Vierbeiner zu versorgen. Dann können Angehörige, die die Tiere nicht aufnehmen können, Hilfe finden. Auch ein Beitrag für das Ökosystem werde geleistet, denn wild streunende Katzen seien eine Gefahr für Vögel, sagt Anke Zimmer. Da es wenig andere Ansprechpartner gibt, kommen die Tiere aus dem gesamten Eifelkreis Bitburg-Prüm, dem Vulkaneifelkreis und dem Kreis Bernkastel-Wittlich nach Altrich. Neben dem neuen Verein, der das Tierheim am 1. Januar übernimmt, gibt es weiterhin den Förderverein Eifeltierheim. Die Zuständigkeiten sind klar geregelt: Das Tierheim  nimmt Katzen auf und vermittelt, der Förderverein ist draußen tätig und bemüht sich um die Kastration von den Tieren.

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