Kaum Platz für neue Häuser in Bischofsdhron

Kaum Platz für neue Häuser in Bischofsdhron

Potenzielle Eigenheimbauer haben in Bischofsdhron wenig Aussicht auf ein Baugrundstück. Auch die Zahl der leerstehenden Häuser ist relativ gering.

Bischofsdhron. Braucht Bischofsdhron ein neues Baugebiet, oder gibt es ungenutzte Reserven zum Hausbau innerhalb der Ortslage? Und wie viele Häuser stehen leer oder werden in absehbarer Zeit leer stehen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Bischofsdhroner Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung. Die Möglichkeiten, ein Haus zu bauen, sind in Bischofsdhron derzeit gering: Acht Baugrundstücke stehen Häuslebauern theoretisch zur Verfügung, davon sind zwei im Besitz der Gemeinde. Sieben Häuser stehen laut einer Erhebung von 2009 leer, weitere 15 Häuser sind von älteren Menschen bewohnt. Sie könnten in den nächsten 20 Jahren ebenfalls leer stehen. Insgesamt gibt es in den 19 Morbacher Dörfern 490 Baugrundstücke im Innenbereich der Orte. Zudem stehen 349 Häuser leer oder könnten künftig leer stehen.
In Bischofsdhron hat sich die Zahl der Einwohner mit rund 850 Menschen zwischen 2000 und 2010 nicht verändert. Vor zehn Jahren war man noch von einer Bevölkerungszunahme von 16,5 Prozent ausgegangen. Auch für die Zukunft könne man nicht davon ausgehen, dass in Bischofsdhron die Bevölkerungszahlen ansteigen, sagte Michael Grehl von der Verwaltung, der die Analyse im Ortsbeirat vorstellte. Die Mitglieder des Ortsbeirates forderten, die Aufstellung der leerstehenden Häuser zu aktualisieren. Seit 2009 seien einige der unbewohnten Häuser verkauft worden, darunter "auch einige, von denen man es nicht gedacht hätte", sagte ein Mitglied. Ortsvorsteher Ewald Gorges sieht keine Möglichkeit, Baugrundstücke in der Ortslage zu aktivieren. "Die, die Grundstücke besitzen, verkaufen nicht", sagt er. Die Grundstücke im Besitz der Gemeinde würden von potenziellen Käufern als wenig attraktiv angesehen.
Ob die Erweiterung des Baugebietes Auf der Rau realisiert wird, ist unklar. Dort könnten 15 neue Bauplätze entstehen. Grehl kündigte an, dass sich der Rat wohl in diesem Jahr mit der Potenzialanalyse auch unter dem Gesichtspunkt "Innen- vor Außenentwicklung" befasst. Es sei abzuwarten, welche Position der neue Morbacher Bürgermeister vertreten wird. cst