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Wittlich: Kebab-Haus am Markt setzt auf „Retro-Döner“

Die beste Pommes : Kulinarische Reise in die Vergangenheit: Kebab-Haus am Markt in Wittlich setzt auf „Retro-Döner“

Mexico-Döner oder Kebab mit Ananas im Hawaii-Stil? So etwas gibt es nicht bei Metin Osta, der sich da ganz bewusst der kulinarischen Gegenwart verweigert. Er ist Fan des klassichen Döners. Das Kebab-Haus am Markt in Wittlich wurde zur Teilnahme an unserem Wettbewerb „Die beste Pommes“ nominiert.

Im Kebab-Haus am Markt in Wittlich sind kulinarisch gesehen schon vor 40 Jahren die Uhren stehen geblieben – weil Inhaber Metin Osta es so will. Denn in seinem türkischen Imbisslokal in der Wittlicher Altstadt lädt er zu einer kulinarischen Reise in die Vergangenheit ein: Der Imbisschef legt viel Wert darauf, dass sein Döner immer noch genau so schmeckt wie im Jahr 1981. „Damals wurde hier das Kebap-Haus in Wittlich am Markt als aller erste Dönerbude im Landkreis Bernkastel-Wittlich eröffnet. Mein Bruder Ömür hat den Laden im Sommer 1987 übernommen“, sagt Osta.

Osta übernahm als gelernter KFZ-Mechaniker das Kebab-Haus in Wittlich

Ende der 1990er-Jahre, als sein Bruder aus familiären Gründen zurück in die Türkei gegangen sei, habe er das Kebab-Haus am Markt von seinem Bruder übernommen, sagt der gelernte KFZ-Mechaniker. „Für mich als gelernter Handwerker mit Fingerspitzengefühl war das nicht so schwer zu lernen. Ich hatte meinem Bruder ja vorher schon ausgeholfen, über die Schulter geschaut und von daher etwas Erfahrung in der Gastronomie.“

Der 48-Jährige, der das Kebab-Haus am Markt seit ein paar Jahren nun ganz allein ohne Personal führt, freut sich über die Nominierung und Teilnahme an unserem Wettbewerb „Die beste Pommes“ und dankt seinen Stammkunden für die Nominierung  „herzlich“.

Retro-Döner: Die Philosophie im Kebab-Haus

Aber warum legt er eigentlich so großen Wert darauf, dass sein Döner immer noch so schmeckt wie 1981? „Ich bin ganz einfach ein Fan des klassischen Döners“, sagt Osta. „Döner muss wie Döner schmecken.“ Aus diesem Grund gebe es bei ihm nur den „Retro-Döner“.  Ananas, Jalapenos oder Barbecue-Sauce würden den Geschmack des klassischen Kebab verfälschen, meint Osta. „Deshalb biete ich keine Hawaii- oder Texas- oder Mexico-Döner an. Mir geht es auch nicht darum, kurzfristig mehr zu verkaufen, sondern nur darum, die Kunden glücklich zu machen, damit wir hier auch in 30 Jahren noch bestehen.“

Dieses konstante Geschmackserlebnis, das er den Gästen mit seinem „Retro-Döner“ seit je her biete, sei wohl auch der Grund dafür, meint Osta, weswegen ihn seine Kunden zur Teilnahme an unserem Wettbewerb „Die beste Pommes“ nominiert haben.

„Kunden, die vor 20 Jahren hier gegessen haben, aber von  Wittlich weggezogen sind, halten hier an, wenn sie auf der Autobahn vorbeifahren, um bei mir Döner zu essen. Sie freuen sich, dass sie hier bei mir Döner bekommen, dessen Geschmack und Qualität sich nicht verändert hat.“

Welche Zutaten kommen in den Retro-Döner aus Wittlich?

Aber was ist konkret das Geschmacksgeheimnis seines „Retro-Döners“? Osta verrät es: „In das Fladenbrot kommen nur Fleisch  vom Rind, Eisberg- und Krautsalat, Zwiebeln, Tomaten, Peperoni und Knoblauchsauce.“ Das einzige Extra, das auf seinem Döner erlaubt sei, das sei der Käse, sagt Osta. Nicht ganz so klassisch ist allerdings auch seine selbstgemachte Joghurt-Curry-Sauce, die manche Kunden statt der Knoblauch-Joghurtsauce auf dem Döner wünschen und die es „nur bei mir gibt“, wie er sagt.

Zum Döner bietet Osta vier verschiedene selbstgemachte Saucen an. Tomaten schneiden, Salate vorbereiten, Saucen machen und das Fleisch am Drehspieß brutzeln:  Sechs Tage die Woche ist der 48-Jährige jeweils von 11 bis 20 Uhr im Kebab-Haus am Markt  bei der Arbeit. Nur freitags gönnt er sich einen Ruhetag. „ Man ist ständig auf den Beinen. Das ist harte Arbeit.“

Dabei bietet Osta noch eine kleine und recht übersichtliche Speisekarte an. Neben dem klassischen Döner, gibt es bloß Pommes, türkische Pizza und „Dürüm-Döner“ (in Teigfladen gerollte Döner) an. „Die Auswahl ist so übersichtlich wie vor 40 Jahren“, sagt der Inhaber, der sich aus ganz aus kulinarischen Gründen der Gegenwart verweigert. „Einen Kebab mit Zutaten zu manipulieren wie beim Mexiko-Döner kommt bei mir nicht infrage. Bei mir gibt es nur einen Döner mit Fleischgeschmack und damit ein rundes Geschmackserlebnis.“

Dazu gibt es klassische Tiefkühl Pommes, allerdings zehn Millimeter dick. „Diese Fritten kommen gut an.“ Mit seinem klassischen Konzept scheint Osta die Herzen vieler Wittlicher Dönerfans gewonnen zu haben und seine Stammkunden zu überzeugen, sonst hätte das Kebab-Haus am Markt nicht schon seit 40 Jahren Bestand.

Mittlerweile gibt es in der Stadt acht Dönerläden. Osta zeigt sich von der Konkurrenz unbeeindruckt. „“Kunden, die woanders probieren gehen, kommen meist zurück und sagen, dass es bei mir am besten schmecken würde“, sagt der Inhaber des, wie er sagt, ältesten Dönerladens im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Dann kann ja im Kebab-haus am Markt ja auch für die nächsten 40 Jahre alles so bleiben, wie es ist.

Onlineabstimmung „Die beste Pommes“

Welcher der beliebteste Imbiss im Landkreis ist, darüber entscheiden die Leser unserer Zeitung in einer Onlineabstimmung, nachdem alle nominierten Imbissbetriebe in einem Bericht in unserer Zeitung vorgestellt wurden. Im Wettbewerb um die „Beste Pommes“ wählen und entscheiden die Leser unserer Zeitung, welcher der beliebteste Imbiss im Landkreis ist und Sieger wird. 18 Imbisslokale wurden nominiert (Das Kebab Haus Thalfang möchte nicht am Wettbewerb teilnehmen).

Wer nun während der Lektüre Appetit auf den Retro-Döner bekommen hat, der sollte wissen, dass das Kebab-Haus am Markt aus Urlaubsgründen bis zum 17. Oktober geschlossen bleibt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kebab-Haus am Markt in Wittlich setzt auf „Retro-Döner“