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Kegel und Bälle wirbeln durch die Luft

Kegel und Bälle wirbeln durch die Luft

Profi- und Hobbyjongleure trafen sich am Wochenende beim ersten Mosel-Jonglierfestival. 350 Teilnehmer und Zuschauer trafen sich am Wochenende auf der Bengeler Klostermühle. Veranstalter Christoph Engels ist mehr als zufrieden.

Bengel. Tapp, tapp, tapp macht es im Sekundentakt. Christian Dirr steht barfuß im Gras, den Kopf in den Nacken gelegt, und lässt Kegel durch die Luft fliegen. Tapp, tapp, tapp - immer dann, wenn die Kegel in seiner Hand landen. Sieht ganz leicht aus, fangen, werfen, immer wieder. Wie lange muss man üben, um das zu können? "Das ist die klassische Frage", sagt Dirr und jongliert weiter. "Ich mach das schon eine Weile." Als Hobby? "Nein, ich verdiene tatsächlich Geld damit."
Freitagnachmittag vor der Bengeler Klostermühle: Christian Dirr und drei andere Artisten stehen im Schatten eines Baumes und zeigen, wie man mit Bällen und Kegeln jongliert, auf einem Drahtseil balanciert oder an einem Trapez hängt. Zwanzig, dreißig Kinder sind da, ein Junge mit seinen Großeltern, eine holländische Familie, die Urlaub in Kröv macht und vom Jonglierfestival gehört hat. Noch ist es ruhig, am Abend soll es lauter werden, dann wird Christoph Engels mit seiner Kettensäge jonglieren und 350 Menschen werden applaudieren.
Christoph Engels fällt auf, seine Haare und Augenbrauen sind knallrot gefärbt. 20 Jahre lang ist er auf den Bühnen der Welt aufgetreten, war in Ungarn, der Türkei, der Schweiz, bevor er sich in der Klostermühle niederließ.
"Jongliertreffen finden meist in muffigen Messehallen statt", sagt er. "Ich mochte den Gedanken, so was in einen landwirtschaftlichen Rahmen zu bringen." Also organisierte er das Mosel-Jonglierfestival unter freiem Himmel, unter anderem mit dem Trierischen Volksfreund als Medienpartner. Das Programm: mittags Workshops für Kinder und Erwachsene, abends Shows, in denen Profis und Hobbykünstler ihre Tricks zeigen. "Das Schöne an so einem Festival ist der Austausch. Wir haben einige sehr spezielle Künstler hier, die weitergeben, was sie können."
Christian Dirr zum Beispiel. Er hat die Kegel inzwischen weggelegt und erklärt einem Jungen, wie man mit Bällen jongliert: "Erste Aufgabe, sieht albern aus, den Ball einfach von der einen Hand in die andere werfen, genau, und jetzt fang den Ball mal so als wäre er ein rohes Ei, das nicht kaputt gehen darf. Fangen ist erst mal nicht so wichtig. Wichtig ist, dass du gut wirfst." Dirr hält inne und schaut zum anderen Ende der Wiese. Da holpert ein Mann auf einem gelben Einrad übers Gras, übt für den Auftritt am Abend. In der Sonne leuchten seine roten Haare.