Kegelclub "Enner uus" feiert 60-jähriges Bestehen - 15 Mal Gemeindemeisterschaften gewonnen

Morbach · Die Kombination aus sportlichem Ehrgeiz und Geselligkeit lockt die Mitglieder des Morbacher Kegelclubs "Enner uus" jede Woche auf die Bahn in der Morbacher Baldenauhalle. Jedoch ist der Kegelsport nicht mehr so aktuell wie einst, und auch der Jubiläumsclub würde sich über Zuwachs freuen.

Foto: (m_huns )

Morbach. Sieben Aktive reichen, um einen Verein zu gründen. Sieben aktive Kegler sind es, die den Freizeitclub "Enner uus" aufrechterhalten. Der Verein hat sein sechzigjähriges Bestehen gefeiert. Jeden Montag treffen sich die Aktiven auf der Kegelanlage in der Baldenauhalle, um beim Wurf auf die neun Kegel jedes Mal aufs Neue den Kegelkönig auszuspielen. "Wir haben noch alle Listen und können genau sagen, wer wann Kegelkönig geworden ist", sagt Günter Dietle, Kegelpräsident seit 2003.
Der Kegelkönig der Woche bekommt eine Kette mit Kegel, die er auf Verlangen vorweisen muss. "Wenn er sie nicht dabei hat, setzt es 1,50 Euro Strafe." Zusätzlich erhält der Kegelkönig zwei Tafeln Schokolade. "Früher gab es Zigaretten", sagt Dietle. In den 60 Jahren, in denen der Verein besteht, wurde der Kegelkönig insgesamt 2706mal ausgespielt. "Das sind im Schnitt 45mal pro Jahr, und das über 60 Jahre", sagt Dietle.
Elf Kegelbrüder haben damals den Verein gegründet, darunter der heute 89 Jahre alte Edmund Nisius. Er ist heute Ehrenmitglied des Vereins, genauso wie Adolf Brück, der noch aktiv ist. Ansonsten gebe es kaum mehr Gruppen in der Einheitsgemeinde, die sich regelmäßig zum Kegeln treffen, sagt Heidi Geiter.
Warum treffen sich die Männer im durchaus gesetzteren Alter jede Woche? Zum einen sind es der Spaß am Kegeln und der sportliche Ehrgeiz, sagt Bernd Geiter. "Es sind einige gute Kegler unter uns", sagt er. Zum zweiten ist es der Informationsaustausch, sagt Ferdinand Schmitt. "Wir maje dann auch über dies und jenes." An den Gemeindemeisterschaften, die bis 2006 ausgetragen wurden, hat sich der Club immer beteiligt und diese auch 15 Mal gewonnen.
Dann sind diese jedoch nicht mehr ausgetragen worden, weil es kaum mehr Freizeitclubs gibt. "Mitte der 70er waren es bis zu 50, heute sind es nur noch eine Handvoll", sagt Dietle. Auch die Zahl der betriebenen Kegelbahnen sei mit den Jahren zurückgegangen.
Warum Kegeln nicht mehr so aktuell ist wie einst? Dietle denkt, dass es an Fernsehen, Internet und Computer liegt. "Die Jungen haben heute andere Interessen, und die Alten können es irgendwann nicht mehr." Dabei würden sich die Kegler von "Enner uus" über zusätzliche Aktive freuen: "Wenn noch zwei oder drei dazu stoßen, wäre das gut", sagt Geiter.
Zu einem Kegelclub gehören auch die jährlichen Ausflüge. Eine Brauereiwanderung in der Fränkischen Schweiz, eine Tour in die Pfalz oder ins Ausland: Die Fahrten sind in einem Fotoalbum dokumentiert.Nette Anekdoten


Dabei haben sich auch einige Anekdoten ereignet. Edmund Nisius erinnert sich an eine Fahrt nach Österreich, bei der sich die Ausflügler in einem Restaurant über vermeintlich preiswerte Forellen gefreut haben. Nisius: "Aber dann war der Preis auf der Karte für je hundert Gramm. Jeder von uns hatte zwei Forellen gegessen, und die waren ganz schön groß."