Kein Defizit und null Schulden

KOMMEN. (urs) Kommen backt 2006 kleine Brötchen. Als Belohnung kann die Gemeinde erneut mit einem ausgeglichenen Haushalt glänzen.

Das Gemeindehaus präsentiert sich in neuem Glanz, und der Kampf gegen die feuchten Wände der St.-Valentins-Kapelle ist erfolgreich beendet. Dennoch wollen die Kommener die Hände nicht in den Schoß legen. So sind laut Ortsbürgermeister Gerhard Leyendecker in diesem Jahr Pflanzungen ums Dorf geplant. Außerdem fehlten noch der Außenanstrich der Kapelle und ein Windschutz für den neuen Gemeindehaus-Eingang. Alles in allem backt die Gemeinde aber kleine Brötchen (siehe Haushalt in Zahlen). Schließlich schafft sie den Haushaltsausgleich 2006 nur dank einer Zuführung aus dem Vermögenshaushalt. Und auf Schlüsselzuweisungen des Landes muss sie wegen erhöhter Steuerkraft ebenfalls verzichten. Um für einen etwaigen Zuschussbedarf gewappnet zu sein, hat sich der Rat für eine Abgaben-Erhöhung entschieden. Die Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Betriebe steigt von 255 auf 270 Prozent, die B-Steuer für alle anderen Grundstücke von 290 auf 300 Prozent. Teurer wird auch die Benutzungsgebühr für das umgebaute Gemeindehaus. Künftig fallen statt 65 Euro für den ersten Tag 100 und für jeden weiteren 60 Euro an. Die Nebenkosten, wie für den teureren Strom, sind darin enthalten. Die Erschließung eines neuen Baugebietes ist laut Leyendecker vorerst zurückgestellt. "Weil die Nachfrage im Moment nicht da ist", begründet er. Die Bausituation sei ja allgemein ruhig, und die Gemeinde verfüge noch über drei Plätze. Daher wolle man die konjunkturelle Entwicklung abwarten. Sollte diese anziehen, wäre Kommen imstande, kurzfristig Flächen zur Verfügung zu stellen. Ebenfalls mit Ruhe angehen will die Gemeinde den Endausbau des Neubaugebietes Selms II. Da dieser in erster Linie die Anlieger belasten wird, die 90 Prozent der Kosten tragen müssen, sollen diese im März bei einer Versammlung zu Wort kommen. Die Straße sei ja befahrbar, wenn auch ohne Gehwege. Keinesfalls sollten die Bürger mehr belastet werden als unbedingt nötig. Drängender sei eine Entscheidung wegen der Schulstraße, wo Pappeln die Fahrbahn anheben: "Die Unebenheiten werden langsam zur Gefahr für die Verkehrsteilnehmer."